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Schatten aus der Vergangenheit

Theatergruppe „Schnurz“ Schatten aus der Vergangenheit

Der Film hat mich schon als Kind begeistert“, sagte Regisseur Udo Wilmering am Donnerstag im Theater im OP. Die Rede ist von „Sweet Charlotte“ („Wiegenlied für eine Leiche“ in Deutschland), dem Südstaatendrama von 1964, das für sieben Oscars nominiert wurde.

Wilmering hat nun einen Traum verwirklicht, er brachte mit der Laientheatergruppe „Schnurz“ „Sweet Charlotte“ auf die Bühne.
Louisiana 1964: Charlotte Hollis (Gudrun Addicks-Heise) wird seit fast 40 Jahren gemieden, nachdem ihr verheirateter Geliebter unter ungeklärten Umständen bestialisch ermordet wurde. Weil sie nun ihr Elternhaus, das abgerissen werden soll, verlassen muss, bittet sie ihre Cousine Miriam (Gabi Lippek) um Hilfe. Doch mit ihrer Ankunft holt sie die Vergangenheit wieder ein …

Wilmering gelingt eine solide Bühnenumsetzung, auch wenn während der gesamten Vorführung kein Südstaatenflair aufkommen mag, wenn man von einer Flagge absieht. Darüber hinaus hat der Zuschauer manchmal das Gefühl, dass er sich zu sehr an den Filmszenen orientiert hat. Zum Teil sehr kurze Szenen sind die Folge, in denen die Akteure, sei es durch Textunsicherheiten oder übertriebene Gestik, nicht immer zu überzeugen wissen. Einzig die Haushälterin Velma (Heike Schatz) und der Versicherungsagent Mr. Wills (Lutz Jänicke) wirken authentisch.
Das Stück lebt vor allem von der Spannung in der zweiten Hälfte der Inszenierung. Das Publikum war trotz allem zufrieden und applaudierte am Ende kräftig. Und bei aller Kritik hätten Regisseur und Darsteller mehr als die knapp 30 Zuschauer verdient gehabt.

„Sweet Charlotte“ ist heute und am Sonntag, 6. Februar, im Göttinger Theater im OP, Käte-Hamburger-Weg 3, Beginn 20.15 Uhr, zu sehen.

Von Alexander Lechler

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