Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Schwarze Schluchten und Häuser aus Knochen

Abenteuer der Albae Schwarze Schluchten und Häuser aus Knochen

Markus Heitz ist froh, an einem Holztisch zu sitzen. „Ich klopf da gleich mal drauf, wenn ich jetzt erzähle, dass ich das große Glück habe, von meinem Beruf leben zu können und auch noch eine Menge Spaß dabei habe“. Dass der 41-jährige Schriftsteller nicht nur Spaß am Schreiben seiner Fantasy-Bücher, sondern auch am Erzählen und am Vorlesen hat, zeigte er am Montagabend in einer Lesung aus seinem neuen Buch „Dunkle Pfade – die Legenden der Albae 3“ in der Göttinger Thalia-Buchhandlung.

Voriger Artikel
Immer auf Sendung, immer auf Empfang
Nächster Artikel
Mit den Liedern Geschichten erzählen

Hat Spaß am Beruf des Autors: Markus Heitz in der Thalia-Buchhandlung.

Quelle: Hinzmann

Schwarz gekleidet, die Frisur asymmetrisch, den Pony wild im Gesicht hängend, breite Ringe an seinen Fingern: Ein bisschen meint man, noch den Rollenspieler von früher in ihm zu erkennen, der sich, untermalt von unsanften Klängen der Blind Guardians, in Fantasiewelten träumte, bevor er anfing, sie niederzuschreiben.

Mit starker Stimme, den Blick immer wieder auf die rund 80 Besucher gerichtet, liest Heitz drei Passagen aus dem dritten Teil der „Albae“-Reihe so lebhaft und mitreißend, dass man sich unweigerlich neben seinen Romanhelden in der schwarzen Schlucht Phondrason wähnt oder in der ruckelnden Aufzugkabine, die die Habitat-Ringe der Fabelwelt in seinem Buch miteinander verbindet. Immer wieder hält Heitz beim Lesen inne, erhöht die Spannung, verstellt die Stimme und wirkt selbst im neutralen Erzählton empathisch.

Genauso fesselnd wie die Auszüge aus seinem Buch sind die kleinen Anekdoten, mit denen er sich an diesem Abend vom Vorleser in die Riege eines wahren Unterhaltungskünstlers katapultiert.

Gerade als Fantasy-, Horror- und Science-Fiction-Autor sei er oft mit der Frage nach dem Ursprung seiner Ideen konfrontiert. Die Vorlage für das Haus aus Gebeinen in seinem Buch lieferte beispielsweise ein Knochengebilde in Tschechien. Auf solche vermeintlich weltfremde Ideen komme man nur, „weil es sie bei uns schon gibt“. „Dramaturgisch geschickt an den richtigen Stellen abgebrochen“, beantwortet der Autor im Anschluss an die Lesung auch andere Fragen nach Fortsetzungen, Ideen und dem Alltag des Fantasy-Autors.

In der Signier-Stunde am Ende zeigt sich Heitz offen für Bücher aller Art: „Ich hab schon mal die Bibel signiert. Das war ok, daran hat ja auch ein Markus mitgeschrieben.“ Nach zwei Stunden geht ein phantastischer Abend zu Ende, und das Publikum begibt sich nur widerwillig aus der fantastischen Atmosphäre in die „normale“ Welt zurück.

Von Katharina Kilburger

Markus Heitz: „Dunkle Pfade – die Legenden der Albae 3“,  Piper, 672 Seiten, 16,99 Euro.
Voriger Artikel
Nächster Artikel
NDR2-Soundcheck: Statements von der Open City Stage am Sonntag