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Regional Schweine im Weltall
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10:15 13.02.2018
"Schweine im Weltall": „Fee – Sänger Adrian Polewka im Göttinger Exil. Quelle: Frank Beckenbach
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Göttingen

Weil der Veranstaltungsdienstleister aus unerfindlichen Gründen die alte Exil-Adresse in der Prinzenstraße auf die Tickets gedruckt hatte, irrten einige ortsfremde Fee-Fans durch Göttingen, um die Weender Landsstraße 5 zu finden. Göttinger konnten helfen, aber das Konzert begann aus Rücksicht mit etwas Verspätung.

“Fee“ musste sich dann erst einmal zusammenfinden, ihr bekanntestes Stück, „Schweinen im Weltall“, spielte sie schon als zweiten Song. Dann steigerte sich die Band um die Sängerin Jule Frenk, deren Stimme mit hohem Kiekser durchaus an Annette Humpe von Ideal erinnert, und Sänger Adrian Polewka deutlich. „Affengeil“, die Zuschauern, fast alle in einem Alter, dass sie die 1980er Jahre wachen Auges erlebt hatten, ließen sich von der Musik und auch ein bisschen von den eigenen Gedanken an diese Jahre einfangen. „Wir sind zurück, wir haben zusammengefunden und sind jetzt Fee - total recall“, sagte Palewka. „Und wir machen jetzt aus dem Donnerstag eine Freitags-Party.“

Von der Urbesetzung der Band sind noch Lothar Bartels an den Keyboards und Drummer Reinhard Lewitzki übrig geblieben. Gitarrist Oliver Schmidt und Bassist Sven Dillenburger komplettieren die Band problemlos. Es geht in den Fee-Songs um „coole Beziehungen“, „blonde Gummipuppen“, um „kein Benzin mehr“, gespielt als Reggae, aber auch um „die gelbe Gefahr“. „Wir lieben einfach die Musik aus dieser Zeit“, sagte Frenk und stimmte „Ich will aus Plastik sein“ an, einen Song, „so alt und doch so aktuell“, also ob damals schon jemand den Schönheitswahn(sinn) der Gegenwart geahnt hätte. Einen Klangteppich à la 1980 wob dann Keyboarder Bartels in seinem Solo. Ihm war die Spielfreude förmlich anzusehen und er legte alles in sein Spiel hinein.

In den Duetten wie „Ich liebe nur Dich“ glänzten Fenk und Palweka. Mit freundlichen Grüßen an Donald Trump wurde die „Amerika“-Huldigung als letzter Song angekündigt.

Als Zugabe der Band gab es einen Auskunft-Song, die „118“ wählt heutzutage niemand mehr und mit der Frau von der Auskunft kann man auch nicht mehr flirten... Die Senioren der Band, Lewitzki und Bartels, zauberten noch gekonnt ein Instrumental-Stück, beginnend mit einem Drum-Solo, auf die Bühne – mehr 1980er ging wirklich nicht. „Wir brauchen keine 30 Jahre mehr, um wiederzukommen“, sagte Palewka und die Band verabschiedete sich, nach vielfachem Wunsch aus dem Publikum, erneut mit „Schweine im Weltall“. Diese Version hatte dann auch deutlich mehr Dampf als die erste.

Fazit: Ein kurzweiliger Abend, der etwa verhalten begann, um dann mehr als ein Lächeln in die Gesichter der Zuschauer zu zaubern.

Von Frank Beckenbach

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