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Regional Schweizer Band macht auf ihrer Tour d‘Ouverture Station im Apex
Nachrichten Kultur Regional Schweizer Band macht auf ihrer Tour d‘Ouverture Station im Apex
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19:07 20.10.2011
Mix aus Electro, Indie, Folk, Pop und Rock: „We Invented Paris“ auf ihrer „Tour d‘Ouverture“. Quelle: PH
Göttingen

Ihr Ruf eilt dem schweizer Quintett voraus, das Apex ist voll und die Gäste freuen sich auf die „Tour d‘Ouverture“. Erst seit einem Jahr bilden „We Invented Paris“ ein Kollektiv und haben via „Couch-Surfing“ schon den halben Globus mit Konzerten versorgt. Organisation, Booking, Label („Spectacular Spectacular“), alles wird noch selbst gemacht. Aber vom Feinsten. Mit dem gleichen Fingerspitzengefühl komponieren Frontmann Flavian Graber und Kollegen auch ihre Songs. Vorurteile und Stoffbeutel hin oder her, live werden alle Zweifel zerstreut.

Schnörkellos und geradlinig legen die Erfinder los. Schließlich muss das 30-minütige „Bühnen-Boarding“ wieder wettgemacht werden. „Guten Abend Göttingen“ – die Effektgeräte surren und flimmern. Es ist ein Intro. Doch noch bevor aus den grazil-melancholischen Klängen ein Schlaflied werden kann, treten „WIP“ bei „The Busker“ aufs Gaspedal. Mit den Drumsticks wird drauflosgeklöppelt, alles muss herhalten – Boden, Wände und fröhliches Instrumente-Durchtauschen folgt. Gerne springt die Band auch mal für eine unplugged Version mitten ins Publikum. Das Programm ist perfekt temperiert.

Vielleicht sind die Lyrics nicht immer ein Geniestreich, dafür gibt es handwerklich gesehen mindestens doppelt so viele Sternchen. Graber ist ein Virtuose an Loop-Station und Mehrspurrekorder, mit harmonisch-zweistimmigen Gesang und anspruchsvoller melodischer Verzahnung zaubert er traumhafte Arrangements für alle iPod-Shuffle und Till-Schweiger-Filme dieser Welt. Widerstand ist zwecklos. Bei „Iceberg“, der ersten Single-Auskopplung des am 4. November erscheinenden Debüt-Albums, tritt dann endgültig der Wow-Effekt ein. Das Publikum schmilzt dahin wie eben besungener Frostklumpen. Die Kreuzung von Electro, Indie, Folk, Pop und Rock ist gelungen. Und jeder Song bietet Raum für einmalige Interpretationen. Nach akkuraten 75 Minuten ist dann noch Platz für eine Viertelstunde Zugabe.

Das Timing ist gut und der „Rückhol“-Applaus spricht für sich. Bei „More“ einer krassen Electro-Prog-Nummer wird dann auch fast schon getanzt. Noch ein spitzfindiges Kompliment („Schön habt ihr es hier in Göttingen. Wir kommen auch vom Land“), ein Aussteiger („Silence“) und alle sind glücklich.

Von Anna Kleimann

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