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Regional Schwingende Klangteppiche
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20:22 30.10.2009
Freie Improvisation: Gunter Hampel am Saxophon. Quelle: CR
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Gunter Hampel spielte mit seinem Gefüge, dem „European Trio“, am Donnerstag im Apex. Allerdings zu fünft: Denn das Trio wurde unterstützt von einem Bassisten und einem Tänzer.

Die ersten Töne aus Hampels Bassklarinette erklingen vor der Tür. Das Tenorsaxophon Johannes Schleiermachers setzt ein, von Percussions begleitet kommen sie herein und spielen erst einmal neben der Theke. Dann nehmen sie ihre Plätze ein, Bernd Oezsevim am Schlagzeug, Andreas Lang am Kontrabass und Prince Alegs im Tanzbereich vor der Band, und legen los.
Freie Improvisation allerorten: Bassklarinette und Tenorsaxophon umschleichen und verstricken sich, schlingen ihre Melodien um- und übereinander, wechseln zwischen sanften Seufzern und harten Rufen, als wären sie lebendig und in emotionalem Aufruhr. Dann auf einmal schält sich eine gemeinsam gespielte Melodie heraus – bis zum nächsten schrillen Ausbrechen aus der Form.

Irgendwann wechselt Hampel ans Vibraphon. Wilde Melodien steuert er bei und nachhallende, schwingende Klangteppiche. Bass und Schlagzeug machen eigentümliche Geräusche, Schleiermacher bläst aus der Ferne in sein Mundstück.

Faszinierender Lärm

Das alles klingt seltsam, aber es entführt. Dazu tanzt Prince Alegs, wirbelt um seine eigene Achse, wirft Arme und Beine in die Luft. Und auch er fügt dem Gesamtbild eine stimmige Note hinzu. Dann macht er wieder eine Pause, das nächste Stück beginnt mit Hampels Bassklarinette, bevor es die anderen Musiker langsam zur Kakophonie steigern: faszinierender Lärm.
Zum Schluss spielt die Band noch eine Uraufführung, denn das letzte der durchweg namenlosen Stücke hat im Apex Premiere. Sehr, sehr langsam umspielen sich die Bläser, dann flüstert Hampel ein paar Anweisungen, alles schwenkt um auf schnelleren, tendenziell konventionelleren Jazz.

„Wir wollen immer irgendetwas erkennen, vergleichen“, gibt Gunter Hampel seinem Publikum zum Abschied mit auf den Weg. „Das sollte man bei meinen Konzerten zu Hause lassen.“

Von Helge Dickau

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