Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Sebastian Schnoy mit „Von Stauffenberg zu Guttenberg“ im Apex
Nachrichten Kultur Regional Sebastian Schnoy mit „Von Stauffenberg zu Guttenberg“ im Apex
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:22 01.04.2015
Befasst sich mit der Geschichte des europäischen Adels: der Kabarettist Sebastian Schnoy. Quelle: Theodoro da Silva
Anzeige
Göttingen

Als Historiker kennt sich Kabarettist Sebastian Schnoy mit Geschichte aus. In seinem Programm „Von Stauffenberg zu Guttenberg – Der Adel patzt immer zum Schluss“ hat er am Sonnabend im nahezu ausverkauften Apex die Geschichte des europäischen Adels unter die Lupe genommen.

„Wir können uns vom Adel und der Monarchie viel abschauen“, stellt Schnoy fest. So ließe sich etwa die Griechenland-Krise nach Adelsmanier leicht lösen. „Zypries heiratet Merkel, und dann wär´s erledigt.“ Überhaupt sei der Adel für die Zukunft durch eine „irre hohe Geburtenrate“ gewappnet. Mit einer Rate von durchschnittlich 1,3 Kindern ist hingegen in Deutschland „in 200 Jahren Schluss“, rechnet der Kabarettist vor.

„Eigentlich wollte ich den Adel fertigmachen. Dieses Dreckspack, das uns so ausnimmt“, erklärt er. Doch seine eigene Familiengeschichte habe ihn davon abgebracht. Da seine Urgroßmutter einst Zimmermädchen am Hohenzollern-Hof war und ein uneheliches Kind zur Welt brachte, folgert Schnoy: „Ich habe Grund zur Annahme, der letzte legitime Thronfolger in Deutschland zu sein.“ Hinlänglich widmet sich der Hamburger der britischen Monarchie. Berichtet von Eigenarten der Royals und deutschen Herrschern auf dem Thron. Dröselt Verbindungen auf und stellt klar, dass die Ursprünge auf der Insel durch  Angeln und Sachsen maßgeblich auf „Importe aus Deutschland“ zurückgehen. Die Zuschauer haben ihren Spaß, wenn Schnoy detailreich parliert und Umfragen hält.

Für viele Lacher sorgen die Vergleiche historischer und aktueller Ereignisse. So trifft etwa Gutenberg als Erfinder des Buchdrucks auf Guttenberg, „der das Abschreiben wieder eingeführt hat.“ Auch die auf Jahrhunderte angelegte Bauweise des Adels hat es dem Geschichtskenner angetan. Heutzutage werde nur noch für 20 Jahre gebaut, und Politiker übernähmen langfristig auch keine Verantwortung. Neuschwanstein-Erbauer Ludwig II. ging wegen Schulden in den See. Aber wurde Wowereit schon einmal an der Spree gesehen?

Die skandalträchtige Elefantenjagd des spanischen Königs, erfolglose Attentate auf Hitler, dazu ein wenig rühmliches Kapitel im Leben des Hitler-Attentäters Stauffenberg: Die Kritik am Adel hält sich arg in Grenzen. Wenig verwunderlich bei Schnoys Bekenntnis, über die Arbeit am Programm „großer Adelsfan geworden“ zu sein. Ein unterhaltsamer Abend, mehr Polemik wäre wünschenswert gewesen.

Von Karola Hoffmann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Es war schon ein wildes Team, was sich im Jahr 1990 zusammengefunden hatte, um die Uraufführung des Stückes „The Black Rider“ auf die Bühne im Hamburger Thalia-Theater zu bringen.

Peter Krüger-Lenz 01.04.2015

Es hätte nicht schlimmer kommen können. Jedenfalls in den Augen der Puristen, die Männer und Frauen der ersten, zweiten, dritten und vierten Stunde. Sich Eric Clapton über ein Popalbum wirklich zu nähern – ausgeschlossen! Es war das schwere Los, ein Kind zu sein, als Clapton in den Sechzigern zum ersten Mal richtig abging.

30.03.2015

„Mr. Déjà-vu“ könnte man Thorbjørn Risager nennen. Der Bluesrock des dänischen Sängers klingt so als hätte man alles irgendwie schon einmal gehört. Seine Songs stecken voller Erinnerungen an den elektrischen Blues aus den sechziger und siebziger Jahren.

30.03.2015
Anzeige