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Bühne statt Stadion

„Unsere Schauspieler“ Bühne statt Stadion

Zwei Theaterhäuser stehen in Göttingen. Dazu kommen professionell arbeitende Theater und ein studentisches. Eine Tageblatt-Serie stellt die Schauspieler vor, die neu in die Ensembles gekommen sind. Marius Ahrendt hat ein Engagement am Deutschen Theater (DT).

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Marius Ahrendt

Quelle: Swen Pförtner

Göttingen. Zwei Theaterhäuser stehen in Göttingen. Dazu kommen professionell arbeitende Theater und ein studentisches. Eine Tageblatt-Serie stellt die Schauspieler vor, die neu in die Ensembles gekommen sind. Marius Ahrendt hat ein Engagement am Deutschen Theater (DT).

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Marius Ahrendt ist neu am Deutschen Theater Göttingen

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Ahrendt ist 1992 in Berlin geboren und dort auch aufgewachsen. Vermisst er die Hauptstadt? Die Antwort kommt schnell und gerade heraus: „Momentan nicht.“ 20 Jahre habe er dort gelebt, jetzt „ist es schön rumzukommen“. Andere Leute, andere Städte ein anderer Blick: „Ich habe ja noch Zeit, ich bin erst 24.“ Er weiß auch, wo er später einmal hin möchte, nach Wien. Für einen Kursus sei er einen Sommer dort gewesen, „von der Stadt her hat mich das sehr gereizt. Und warum nicht auch mal zwei Jahre am Meer leben“.

Nach Berlin lebte er zwei Jahre in Leipzig zum schauspielerischen Grundstudium, anschließend zwei Jahre in Dresden, der praktische Teil der Ausbildung. Kleinere Rollen habe er dort gespielt und mit Profis zusammengearbeitet. Eine psychologische und körperliche Ausbildung habe er während des Studiums erhalten. Standardtänze gehörten ebenso dazu wie asiatische Kampfsportarten. Im zweiten Jahr habe das Musical „Hair“ auf dem Ausbildungsplan gestanden. Er sei einer von acht Hippies gewesen und habe die ganze Zeit durchgetanzt. Zum Beweis seiner Fitness schlägt er flugs ein Rad.

Einige Vorsprechen an verschiedenen Schauspielschulen musste er absolvieren, um schließlich angenommen zu werden. In Leipzig habe er sich der Aufnahmeprüfung gleich zweimal gestellt. Dort habe eine gute Atmosphäre geherrscht, sagt Ahrendt. Trotz der ersten Ablehnung hätten sich die Dozenten und Studenten sehr respektvoll verhalten.

Nach einer Rolle gefragt, die er sehr gerne einmal spielen würde, muss er kurz überlegen. „Don Carlos“ sagt er dann. Das habe er bei der Aufnahmeprüfung vorgesprochen. „Ich glaube, ich lag am Ende auf dem Boden, ich konnte einfach nicht mehr.“ Und ein modernes Stück fällt Ahrendt ein: „Kälte“ von Lars Norén. „Das würde ich auch gerne als Spieler mitgestalten.“

Vor der Entscheidung zur Schauspielerei habe für ihn auch die Chance bestanden, Fußballprofi zu werden. Doch Knieprobleme hielten ihn davon ab. Seine Entscheidung: „Das kriege ich mit dem Körper nicht hin, also gehe ich auf die Bühne.“ Ahrendt: „Ich hätte in ,Das Wunder von Bern’ mitspielen können.“

Schauspieler haben während der Saison wenig Gelegenheit, frei zu nehmen. Ihr Urlaub ballt sich in der Sommerpause. Diese Zeit will Ahrendt gestalten und auskosten. Das sei wichtig, „um den Kopf durchzulüften. Mit Freunden war er segeln, ohne es zu können. „Ich habe einfach gemacht, was die anderen gesagt haben.“ Auch eine Wandertour durch die Berge hat er schon unternommen und dabei die Ruhe und den Frieden genossen – und „unglaublich schöne Ausblicke“.

Vor der Premiere schlafe er gerne aus, sagt Ahrendt, und koche sich dann etwas Schönes zum Frühstück. Aufgedreht sei er dann und wärme sich auf, auch die Stimme. Bis fünf Minuten vor der Vorstellung sei er „noch relativ cool, dann kommt das Lampenfieber – mit dem Vorschlaghammer“.

Und nach der Premiere? „Erstmal alle umarmen und beglückwünschen“, verrät Ahrendt. Dann eine Rede vom Intendanten, anstoßen, duschen und anschließend „runter ins DT-Bistro“.

In „Mein Kampf“ hat Ahrendt eine Rolle für einen abgewanderten Kollegen übernommen, „Fräulein Agnes“ ist die erste Produktion, in der Ahrendt am DT von Anfang an zu erleben ist. Davor sei er sehr aufgeregt gewesen, „im positiven Sinne“. Seine Stimmung am Premierentag? Ahrendt: „Macht doch schon mal den Vorhang auf. Es sind zwar noch zwei Stunden Zeit, aber ich fang schon mal an.“

Einen Lieblingsort hat er in Göttingen noch nicht gefunden, „dazu bin ich zu kurz hier“, sagt er. Die Frage „lieber Haxe oder Salat“, bringt ihn abschließend ganz kurz ein wenig aus dem Tritt. „Haxe? Dann lieber Salat.“

Steckbrief:

Name: Marius Ahrendt

Geboren: 1992

Ausbildung: Hochschule für Musik und Theater “Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig

Status: der jugendliche Held

Von Peter Krüger-Lenz

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