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Regional Sicher und strahlend durch Choral und Arie
Nachrichten Kultur Regional Sicher und strahlend durch Choral und Arie
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06:17 17.10.2012
St. Johannis bei Nacht Quelle: EF
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Vielleicht war der künstlerische Anspruch angesichts der Tatsache, dass das Publikum mit vielen fachkundigen Kollegen besetzt gewesen sein durfte, auch besonders hoch. Wie dem auch sei: Kantor Bernd Eberhardt führte seine mehr als 30 Sänger souverän durch das anspruchsvolle und unkonventionelle Programm.

Doch damit man Konventionen brechen kann, muss man erst welche aufstellen: Der Abend erhielt dank Girolamo Frescobaldis Toccata prima für Orgel (Dorothea Peppler) und Johann Sebastian Bachs Motette „Singet dem Herrn ein neues Lied“  die nötige Festlichkeit. Das Ensemble sang sich sicher und besonders strahlend durch Choral und Arie und hatte noch genug Energie und Atem für ein feierliches Finale.

Die romantische Vertonung des 120. Psalms vom schwedischen Orgelvirtuosen Otto Olsson, mit der das Konzert eröffnet wurde, stellte dagegen einen willkommenen Ruhepol dar. Der Kammerchor nahm sich zurück und ließ den überwiegend homophonen Satz in seiner wunderschönen Statik wirken. Die Französin Lucile Chaubard setzte dagegen beeindruckende Akzente am Violoncello.

Ernest Blochs Solosuite Nr. 1 ist ein eindrucksvolles Zeugnis des musikalischen Neoklassizismus, das nur noch aufgrund seiner formalen Anlage an die Kirchensonate des 18. Jahrhunderts erinnert. So wechseln sich schnelle und langsame Sätze in ihr ab, die Tonsprache ist aber überaus eklektisch und verlangt einen erfahrenen und technisch herausragenden Instrumentalisten.

Chaubards Leistung ist hervorzuheben. Die Entscheidung, das viersätzige Werk durch die Einschiebung einer weiteren Psalmvertonung des Norwegers Knut Nystedts aufzuteilen, wirkte allerdings ein wenig gestelzt, besonders, da die Sätze von Bloch motivisch verbunden sind.
Zum Abschluss wurde vom Kammerchor auch Jaako Mäntyjärvis 1998 komponiertes „Die Stimme des Kindes“ aufgeführt.

Der finnische Komponist ist hauptberuflich Übersetzer und dürfte in Deutschland noch überwiegend unbekannt sein. Angesichts der Kühnheit des Satzes, der sich dennoch seiner sakralen Wurzeln bewusst ist, kann man nur hoffen, dass sich das bald ändern wird. Der Kammerchor von St. Johannis präsentierte die ungewohnte Tonalität des Werkes einfühlsam. Seine größte Leistung liegt aber im Aufzeigen der Tatsache, wie vielseitig sakrale Musik doch sein kann.

Von Jonas Rohde

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