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Regional Getanzte Alice im Deutschen Theater
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13:26 27.09.2018
Rachel Tack tanz die Figur der Viole. Quelle: Swen Pförtner
Göttingen

Nebel wabert über die DT-Studiobühne, „ein Hauch von Zimt, Ingwer und Vanille“, heißt es auf dem Programmzettel. Der Hauch schafft es nicht bis ins Publikum. Doch dann taucht Viole aus diesem Nebel auf, getanzt von Rachel Tack. „Prachtvoll, naiv und unberührt betritt sie diese Welt“, verrät wiederum der Zettel. Inspiriert von Alice im Wunderland hat Company-Chef Salvatore Siciliano diese Choreographie entwickelt. Die Musik dazu komponierte Matresanch, ein Komponist, der bekannt ist für seine elektronische Musik. Neben dem Siciliano Contemporary Ballet arbeitet er auch mit anderen Tanz-Ensembles zusammen und schrieb Musik für Modenschauen. Matresanch hat für „Viole Somewhere“ einen Klangteppich entworfen, der sich weitgehend auf einem eher unteren Erregungslevel bewegt. Große dramatische Ausschläge hat er bei seiner Komposition vermieden.

Knapp 55 Minuten wandelt Viole fortan im leuchtend roten Kleid durch unsere Welt, die weitgehend im Finsteren bleibt. Sie trifft auf allerlei Wesen, die die Welt bevölkern, getanzt von ihren Company-Kollegen Camille Jackson, Davide Troiani, Marie Theres Zechiel, Lena Kilchitskaya und Christoffer van Woensel eine internationale Truppe mit allerlei verschiedenen Erfahrungen.

Das Siciliano Contemporary Ballet in Göttingen

Diese unterschiedlichen Ausbildungen und Strömungen bringen die vier Tänzerinnen und zwei Tänzer ein, forciert von dem Chefchoreografen Siciliano. Immer wieder blitzen Figuren des klassischen Tanzes durch, Modern Dance taucht auf, selbst kreierte Gesten und Haltungen.

Eine halbwegs konkrete Geschichte wird an diesem Abend nicht vermittelt. Es geht eher um Zustände, um Atmosphäre, um Gestimmtheiten. Allerdings schwappt auch wenig Emotion durch den dunklen Raum, der nur durch wenige Spots spärlich beleuchtet bleibt.

International gewürdigt

Doch gerade die Emotionen sind es, für die die Choreografien Sicilianos international gewürdigt werden. Zudem wird er dafür gelobt, dass er diese Gefühlswelten mit Ästhetik und ein wenig Sarkasmus kombiniert. Der Italiener Siciliano spielte früh Klavier, zeichnete und entwickelte großes Interesse an visuellen Künsten. In Athen, wo er eine Zeit lang lebte, präsentierte er seine erste Choreografie. Später zog er nach Berlin und gründete dort 2015 das Siciliano Contemporary Ballet. Das Ziel: Siciliano will eine eigene Ästhetik und Tanztechnik entwickeln. 16 Produktionen hat er inzwischen choreografiert und war mit vielen davon bei internationalen Festivals eingeladen.

An diesem Abend im DT-Studio ist von dieser neuen Ästhetik und Technik allerdings nur wenig zu erleben. Für diesen durchschnittlichen Tanzabend spendete das Publikum viel freundlichen Beifall.

Programm bis Sonntag

Die 8. Göttinger Tanz-Kultur-Woche endet am Sonntag, 30. September. Bis dahin gibt es allerdings noch einige Programmpunkte. Am Freitag bringt das Tango-Sextett faux pas aus Hannover eine „Noche de Tango“ in das Café Aegidius, Aegidiiplatz 1 in Hann. Münden. Der Abend mit dem Tanzpaar Marina und Henning Buitkamp beginnt um 20 Uhr, und die Organisatoren betonen, dass das Publikum während der Vorstellung selbst tanzen kann. Das „Nightingale Projekt“ steht am Sonnabend um 18 Uhr in der Alten Fechthalle, Geiststraße 6 in Göttingen. Lucy Nightingale tanzt zur Musik von Lucile Chaubard (Cello) und Pierre Mancinelli (Klavier). Zum Abschluss des Festivals gastiert das RGB-Ensemble am Sonntag um 19 Uhr in der Alten Fechthalle. Das Trio Tina Essl (Tanz), Sascha Banck (Live-Malerei) und Matthias Rosenbauer (Schlagzeug) kündigt ein audiovisuelles Gesamtkunstwerk an. Tickets gibt es in den Tageblatt-Geschäftsstellen, Weender Straße 44 in Göttingen und Marktstraße 9 in Duderstadt. pek

 

Von Peter Krüger-Lenz

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