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„Sieben auf einen Streich“

Werkschau im ThoP „Sieben auf einen Streich“

„Sieben auf einen Streich“ – eine Werkschau des Regiekurses des ThOP. – Was sich dahinter verbirgt? Nicht einfach das Resultat einer Lehrveranstaltung, sondern viel mehr ein Abend voller Überraschungen, gekonnter Schauspielkunst und explodierender Kreativität.

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Fröhliches Schaffen: das Team des Regiekurses mit Schauspielern.

Quelle: EF

Wer sich auf einen klassischen Theaterabend eingestellt hatte, kam am Sonnabend im Theater im OP, Göttingens Studententheater, sicher nicht auf seine Kosten.  Ganz im Gegenteil: Geboten wurde ein Abend, an dem einem die unterschiedlichsten Genres und die überraschenden Erträge der Fantasie unverbrauchter Jungregisseure nur so um die Ohren flogen. Verbunden mit der Begeisterung und dem Schwung eines begabten Schauspielensembles wurde der Abend zu einem Erlebnis, für das sich das jubelnde Publikum mit minutenlangem Applaus bedankte.

Entstanden ist das Programm „Sieben auf einen Streich“ in einem Regiekurs am Seminar für Deutsche Philologie der Universität. Die jungen Regisseure hatten neben theoretischem Unterricht nun auch die Möglichkeit, sich praktisch mit der Schauspielergruppe des ThOP auszuprobieren und bei der Auswahl, Gestaltung und Umsetzung ihrer Werke, bis auf eine zeitliche Begrenzung, völlig freie Hand. Entstanden sind sieben kurze, ganz unterschiedliche Werke, die zwar zum Teil einem vollständigen Theaterstück entnommen sind, aber doch in ihrer prägnanten Weise ganz für sich stehen. Obwohl sich die rund 13-minütigen Eindrücke inhaltlich nicht aufeinander beziehen und sie auch völlig unterschiedliche Genres bedienen, gelingt es dem aufeinander eingespielten Ensemble durch konzentrierte kurze Umbaupausen, Verwirrungen zu vermeiden. 

Keines der sieben Werke entbehrt Kreativität und Frische und doch heben sich zwei in besonderer Weise ab: Bei dem Stück „Am Rande erwähnt“ von Martin Pockrandt, der auch Regie führte, ist neben dem eindringlichen Text vor allem die Leistung der Schauspielerin Jennifer Reinhardts besonders hervorzuheben, die mutig und mit großer Selbstverständlichkeit das abgewrackte Überbleibsel ihrer selbst aus einer für sie einst schillernden, besseren Welt höchst eindrucksvoll darstellt. 

Geschickte Beleuchtung

Beeindruckend ist auch die Inszenierung des Stücks „Vicarious – Tool“ durch Jan Gehmlich. Überlaute Hardrockmusik, dazu geschickte Beleuchtung: Das Publikum wird mitgerissen in das Tagesprogramm eines sich durch die Fernsehkanäle zappenden Mannes, der brutalste Gewalt zu sehen bekommt. Mord, Amoklauf, Vergewaltigung, Kindstötung. Bemerkenswert arrangiert wird hier mit Können und Unerschrockenheit der Wahnsinn der „ganz normalen“ Medienwelt ergreifend dargestellt.

Weitere Aufführungen: 28. und 29. April sowie am 1. und 2. Mai um 20.15 Uhr im Theater im OP, Käte-Hamburger-Weg 3 in Göttingen.

Indra Hesse

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