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Silvesterkonzert mit Werken von Holst und Williams

Johanniskirche Silvesterkonzert mit Werken von Holst und Williams

Außergewöhnliche Orgelklänge am letzten Abend des Jahres: Stadtkantor Bernd Eberhardt bot zwei Stunden vor Mitternacht Weltraummusik in der voll besetzten Johanniskirche. „Aufbruch“ war das Programm mit Musik von Gustav Holst und John Williams betitelt.

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Meister Yoda - als Projektion an der Decke von St. Johannis.

Quelle: Barbara Schäfer

Göttingen. In seiner Suite „Die Planeten“ hat der englische Komponist Gustav Holst (1874-1934) astrologische Charakterbilder der Wandelsterne entworfen. Mars ist für den Krieg zuständig, Venus für den Frieden. Merkur fungiert als geflügelter Bote, Jupiter als Freudenbringer, Saturn steht für das Alter und Uranus für die Magie.

Großes Maß an Freiheit an der Orgel

Die Originalfassung mit reich besetztem Orchester hat der amerikanische Organist Peter Sykes für Orgel bearbeitet. Deren Klangfarbenpalette ist groß genug, um den Originalklang angemessen darzustellen. Dabei hat ihn Sykes glücklicherweise nirgends sklavisch zu imitieren versucht. So kann sich der Organist auch seines Instruments mit einem großen Maß an Freiheit bedienen. Das tat Eberhardt – der auf den Neptun-Satz verzichtete, weil der zwei Spieler benötigt – mit Virtuosität und eindrucksvoll großer musikalischer Gestik.

Effektvoller Schluss

Da taten sich prachtvolle weite Räume auf, mit fantastischen Harmonien ausgestattet, mit bedrohlich wummernden Bässen oder Akkordkaskaden, die wie eingefrorene Wasserfälle anmuteten, aber auch mit zärtlich-milden, ja sanft streichelnden Gesten oder jubilierenden Klängen.Dabei nutzte er ausgiebig die Möglichkeiten der Johannis-Orgel, die zwar dispositionsbedingt der Klangfantasie Grenzen setzt, aber doch ein ausgesprochen vielfarbiges Klangbild gestattet. Das kam deshalb besonders gut zur Geltung, weil Eberhardt über eine große Virtuosität verfügt und mit seiner klaren Artikulation die Konturen scharf nachzeichnet.

Unterstützt wurde der akustische Eindruck durch Projektionen von Planetenbildern an die Kirchendecke. Das nutzte Eberhardt auch für das effektvolle Schlussstück des Abends, die Titelmusik des Films „Star Wars IV“ von John Williams, die der Organist selbst bearbeitet hatte. So blickte Jedi-Meister Yoda von der Decke einer gotischen Kirche auf eine andächtig lauschende Hörerschar herab: ein augenzwinkernder Hinweis auf die künftige zusätzliche Nutzung der Johanniskirche als Kultur- und Begegnungszentrum. Lang anhaltender, verdienter Applaus.

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