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Regional „Sina Nossa“ präsentiert Fado auf Rittergut Besenhausen
Nachrichten Kultur Regional „Sina Nossa“ präsentiert Fado auf Rittergut Besenhausen
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00:19 24.05.2013
Mit Verve und Humor: Sängerin Anabela Ribeiro. Quelle: Heller
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Besenhausen

Die siebenköpfige Fado-Gruppe „Sina Nossa“, die zum elften Pfingstkonzert im Rittergut Besenhausen zu Gast war, hat davon eine Menge.

Das Ensemble besteht aus fünf Portugiesen, einem Brasilianer und einem Deutschen mit unterschiedlichen musikalischen Einflüssen. Ein kreativer Umgang mit dem Genre ist damit nicht nur programmiert, er wird vom Ensemble angestrebt.

Das heute vor allem in Lissabon praktizierte, musikbegleitete Vortragsgenre wurde sowieso viel eher durch seine Sujets als durch musikalische Charakteristika zusammengehalten. Im frühen 19. Jahrhundert entstanden, nahm es später beispielsweise Elemente aus Jazz und Chanson auf.

Mit ungezwungenem Verve und Humor

„Sina Nossa“ erweitern die ursprüngliche Instrumentierung aus Gitarren um Klavier, Perkussion, Akkordeon und Kontrabass und entfernen sich mit selbstgeschriebenen Stücken weiter von der Tradition.

Das Ergebnis klang nicht nach Flucht, sondern nach entspanntem Zurücktreten und einer Reflektion dessen, was musikalisch war und vielleicht noch möglich ist.

Pianist Armindo Ribeiro hat den Großteil der dargebotenen Stücke geschrieben, die Texte stammen aus unterschiedlichen Federn – darunter Zabel Moita, die mit Amália Rodrigues, der unbestrittenen Königin des Fado, befreundet war.

Anabela Ribeiro sang diese Texte mit ungezwungenem Verve und Humor, aber auch Armindo Ribeiro und Perkussionist Jorge Rodrigues übernahmen ab und zu den Gesangspart.

Das bescherte zusätzliche Klangfarben, André Krengel (Gitarre) und Ivo Guedes (Portugiesische Gitarre) begeisterten vor allem durch ihre virtuosen Melodielinien.

Singen und atmen lassen

Die für den Fado charakteristische portugiesische Gitarre Guedes’ hat zwölf paarig angeordnete metallische Saiten, die zusammen mit dem birnenförmigen Resonanzkörper eine helle Brillanz im Ton erzeugen, die sich äußerst vorteilhaft auf den insgesamt wärmer timbrierten Ensembleklang legte.

André de Cayres präsentierte sich auf der anderen Seite des Tonspektrums als ebenfalls unverzichtbar: Ob Rhythmus oder Lyrik, de Cayres zählt zu jenen Bassisten, die ihr Instrument noch singen und atmen lassen können.

Das jüngst erschienene Album der Gruppe heißt „Alforria“, was so viel wie „Freibrief“ bedeutet. Die Mischung aus Klassik, Jazz und Pop, alles vom Fado aus betrachtet und behutsam erschlossen, passt hervorragend zu diesem Wort.

Von Jonas Rohde

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