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Skulpturen und Malerei von Wolf Bröll in der Göttinger Torhaus-Galerie

Ausstellung Skulpturen und Malerei von Wolf Bröll in der Göttinger Torhaus-Galerie

Sie haben großen Wiedererkennungswert, die Skulpturen des Bildhauers Wolf Bröll. Derzeit präsentiert der in Mandelbeck bei Northeim lebende Künstler eine Auswahl seiner bearbeiteten Steine, Bronze- und Eisenabgüsse und Malereien in der Torhaus-Galerie in Göttingen.

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In der Torhaus-Galerie: Ensemble aus Diabas und Eisen.

Quelle: Heller

Göttingen. Bröll beschränkt sich in seinen Sujets auf zwei Gruppen. Zum einen arbeitet er Torsi aus dem Stein, zum anderen Häuser. Das klingt nach wenig Möglichkeiten, doch der Bildhauer gewinnt diesen Themenbereichen eine Vielzahl unterschiedlicher Ausprägungen ab. Das liegt sicher zu einem Großteil an der Einzigartigkeit seines Rohmaterials, denn kein Stein ist wie der andere.

Im öffentlichen Raum

Die Skulpturen leben alle von dem Gegensatz zwischen der rauen, roh belassenen Oberfläche des Steins und handschmeichlerisch glatt polierten Flächen. Das wird in der Ausstellung deutlich, ist aber auch im öffentlichen Raum in der Region zu erleben. In der Wallanlage am Geismartor liegt eine große Steinskulptur, die Bröll gemeinsam mit polnischen Kollegen dort geschaffen hat. In der Goetheallee steht seit acht Jahren eine Arbeit, an den Durchgängen zum Börnerviertel weitere. Neben dem Rathaus in Duderstadt hat Bröll eine Stele mit Haus aufgestellt. Und immer stellt sich die Frage: Wachsen Figur und Architektur aus dem Stein oder bewächst der Stein die Formen? Bröll legt durch Werktitel den Steinbewuchs nahe, die Arbeiten allerdings lassen auch andere Assoziationen zu.

Rechteckiger Quader, dreieckiges Dach

Etwas schematisch und einem klassischen Ideal verpflichtet, gestaltet Wolf Bröll dabei die Torsi. Auch die Architekturen reduziert er auf das Wesentliche: rechteckiger Quader, dreieckiges Dach. Doch wo bei den Torsi eine Behauptung von Erhabenheit durchklingt, erscheinen die Häuser handfester, manchmal sogar mit einem gewissen Witz. Sie könnten an Klippen stehen, sturmumtost und absturzgefährdet. Oder trotzig und trutzig. Sie ruhen in sich und widerstehen dem Ansturm von Hektik und Welt.

Die Ausstellung läuft bis Sonntag, 7. April, in der Torhaus-Galerie, Kasseler Landstraße 1. Sie ist freitags bis sonntags von 14 bis 16 Uhr geöffnet.
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