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Skulpturen von Nele Waldert in der Galerie Ahlers in Göttingen

Männliche Büste als Grundform Skulpturen von Nele Waldert in der Galerie Ahlers in Göttingen

Die Düsseldorfer Künstlerin Nele Waldert stellt derzeit ihre Skulpturen in der Galerie Ahlers in Göttingen aus. Bis zum 16. März sind die Werke, die fast alle eine männliche Büste als Grundform haben, noch zu sehen.

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Hat Spaß am Erlernen von Handwerkstechniken: die Künstlerin Nele Waldert.

Quelle: Heller

Göttingen. Wie ein ausgerupftes Radieschen baumelt ein unten spitz zulaufender, kegeliger roter Sandstein an einer Nylonschnur von der Decke. Oben ragen allerdings statt der Radieschenblätter drei kleine Gipsbüsten aus dem handballgroßen Körper. Unweit hängt eine erdbeerähnliche Frucht aus hellem Sand in Hüfthöhe vor dem Betrachter, die  kleinen, charakteristischen  Nüsschen sind kugelrund herausgemeißelt. Auch von der  Oberseite dieser Frucht ragen drei Menschendarstellungen in klassischer Halbfigur auf. Es handelt sich auch bei ihnen um Männer, deren gerade Scheitel in den Gips geritzt sind. Ihre langen Lider sind entrückt ein wenig geschlossen und blicken stoisch vielleicht, vielleicht selbstzufrieden aus der Welt heraus. Oder doch bis zum Betrachter, der sich spiegeln kann in dieser zunächst glatt wirkenden, dann tief schaufelnden Projektionsfläche.

Männliche Büste

Beinahe alle Skulpturen von Nele Waldert, die derzeit in der Galerie Ahlers zu sehen sind, haben diese männliche Büste als Grundform, als Grundlage jeder Auseinandersetzung. „Es war nicht leicht, diese Form zu finden“, sagt Waldert leichthin und fügt hinzu, dass sie dafür immerhin fast 20 Jahre gebraucht habe. Die Düsseldorferin, die zu Beginn ihrer Ausbildung eine österreichische Bildhauermeisterschule besucht hat, setzt sich seitdem mit der Halbfigur auseinander. Jetzt sind ihre Arbeiten nunmehr witziges, ironisches Zitat des traditionellen Motivs.  Ausgestattet mit verschiedenen, oft erst auf den zweiten Blick lesbaren Attributen, offenbaren sie den Ideenreichtum, aber auch den Witz und Humor der Künstlerin.

Mal trutzig in einer Burg steckend, mal mit kaninchenförmigem Nerz als Bart, mal mit Häkelumhang, Noppenschal oder in einen Kokon aus Styrodur gepresst – sie dominieren die Ausstellung, in der auch überdimensional Florales, Formales, Zeichnungen und einige Ganzkörperdarstellungen zu finden sind. Ein bisschen verspielt, ein wenig poetisch und sehr konsequent arbeitet Waldert, die verschiedene Handwerkstechniken in Werkstätten zu erlernen liebt und dann ebenso anwendet wie den Nerz der Urgroßmutter verwendet oder Garn wie für die Angoramütze einer ehemaligen Nachbarin verbraucht.

Nach innen grinsen

Man muss lächeln und kann sich dem Reiz der Figuration und dem lockeren Spiel mit dem Drumherum und den entstehenden Assoziationen nur schwer entziehen und für manche Situationen würde man sich den Blick von Walderts Männern gern zulegen: Einfach schauen, nach innen grinsen und die Welt doch draußen lassen.

Die Ausstellung ist in der Galerie Ahlers in Göttingen, Düstere Straße 21, bis zum 16. März dienstags bis freitags von 10 bis 13 und von 15 bis 18 Uhr sowie an den Sonnabenden von 10 bis 13 Uhr zu sehen.

Von Tina Lüers

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„Fünf Tage – fünf Künstler“

Ausstellungen laufen in der Regel mindestens vier Wochen, manchmal sogar Monate. Der Göttinger Galerist Oliver Ahlers geht nun einen anderen Weg. Er eröffnet am Montag, 3. Dezember, um 20 Uhr eine Schau, die nur bis zum nächsten Tag um 17 Uhr zu sehen ist. Bis Freitag, 7. Dezember, folgt an jedem Abend immer um 20 Uhr eine weitere Vernissage in den Galerieräumen in der Düsteren Straße 21. „Fünf Tage – fünf Künstler“ nennt Ahlers diese Aktion.

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