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Regional Slam im Jungen Theater: Lachen über Aschenputtel
Nachrichten Kultur Regional Slam im Jungen Theater: Lachen über Aschenputtel
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00:28 14.04.2018
Die Impro-Spieler Katrin Richter (Northeim), Birgit Linner (Augsburg) und Roland Trescher (Berlin) bieten sich im Jungen Theater einen improvisatorischen Wettstreit. Quelle: Heller
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Göttingen

Schon mit der ersten Nummer – einer „bunten ABC-Synchronnummer“, wie Moderator Stefan Graën erklärte – zogen die drei Improvisationstalente das Publikum auf ihre Seite. Jeder übernahm eine Rolle in dem Märchen Aschenputtel. Der Vorschlag war aus dem Publikum gekommen. Synchron gesprochen wurde jede Rolle aber von einem der anderen beiden Spieler. Was manchmal für etwas Verwirrung, aber vor allem für viele Lacher sorgte. So trat die Northeimerin Richter mit ihrem lockeren Oberteil verträumt-wedelnd auf die Bühne als sei sie Aschenputtel, doch Linner – wie Trescher vom Münchner Improtheater Isar148 – sprach für sie einfach: „Hallo ich bin die Oma. Ja, es gibt eine Oma in diesem Märchen.“ So ging es Schlag auf Schlag, selten wurde wohl so viel über Aschenputtel gelacht.

Spieler improvisieren im Jungen Theater Märchen Aschenputtel

Dass Linner im Gegensatz zu den anderen beiden Spielern aus Versehen gar nicht Aschenputtel, sondern Rapunzel gespielt hatte – kaum einer hatte es gemerkt –, gab später einen Punktabzug. Das lag auch daran, dass die Vorschläge im Publikum etwas durcheinandergingen, genauso wie die Punktvergabe. Doch das war Teil der Show: Mal ließ Moderator Graën mithilfe von Michael Zalejski, der die Impro-Spieler am Keyboard begleitete, in Fünfer-Schritten bei der Punktvergabe abstimmen, mal in Tausender-Schritten. Bei welcher Zahl die Zuschauer klatschen, so viele Punkte bekam der jeweilige Kandidat. Nur dass das Publikum eben oft nicht wusste, wie weit die Skala ging. Allein die Abstimmung war ein Sketch an sich.

Der Märchen-Nummer folgten weitere Auftritte: Jeweils allein mussten die drei Kandidaten zu einer Negativ-Geschichte aus dem Publikum einen Song singen. Einmal ging es um ein Furzkissen, einmal um einen schrecklichen Mathelehrer und einmal um einen Urlaub mit toten Fischen und getunten Autos. Das Lied sollte positiv besetzt sein. Ein Highlight dabei: Treschers Country-Ballade über die tollen toten Fische am griechischen Strand von Ionnanina.

Impro-Slam in Göttingen – so skurril wie lustig

Die Zweiernummern waren so skurril wie lustig: Besonders stach hier der Auftritt der beiden Frauen Richter und Linner hervor. Die beiden sollten eine improvisierte Szene auf dem Arbeitsamt spielen, bei der sie abwechselnd zwischen den Gefühlen Ekel und Geilheit wechselten. Sie hatten wohl selbst besonders viel Spaß an dieser Szene.

So wechselten sich die Formate und Besetzungen in den verschiedenen Nummern ab. Am Ende durften noch einmal alle drei Künstler gleichzeitig auf die Bühne – für das Musical „Das betörende Café“. So absurd wie der Name, der aus einem Adjektiv und einem Substantiv vom durchgängig eingebundenen Publikum kreiert wurde, gestaltete sich auch dieses Kurz-Musical. Während Richter und Trescher vorne zur passenden Musik eine tragische Trennungsszene spielten – Trescher alias Friedrich wollte einfach nicht mehr in das Café von Richter kommen – sprang Linner im Hintergrund ballerinaartig herum. Hier konnte nichts ernst genommen werden. So auch nicht der Preis, den Richter – es hätte jeder der drei sein können bei der Art der Punktvergabe – am Schluss als Gewinnerin überreicht bekam: „ein Original Pan-Tau-Schirm“, wie Graën ihn immer wieder anpries. Es war einfach ein weißer Regenschirm.

Weitere Veranstaltungen des Impro-Festivals

Das 15. internationale Göttinger Impro-Festival läuft noch bis zum 19. April. Folgende Veranstaltungen stehen noch an:

- Donnerstag, 12. April, 20 Uhr: Kuscheltier-Impro im Theater der Nacht, Obere Straße 1 in Northeim.

- Freitag, 13. April, 20 Uhr: „Chairs“ & „Campfire“ im Lumière, Geismarlandstraße 19 in Göttingen

- Sonnabend, 14. April, 20 Uhr: Musik liegt in der Luft im Lumière, Geismarlandstraße 19 in Göttingen

- Sonntag, 15. April, 19 Uhr: Das Match im Lumière, Geismarlandstraße 19 in Göttingen

- Donnerstag, 19. April, 20 Uhr: Schmeckt’s? im Jungen Theater, Hospitalstraße 6 in Göttingen

Von Hannah Scheiwe

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