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Regional Sommerkonzerten mit Musik der Romantik
Nachrichten Kultur Regional Sommerkonzerten mit Musik der Romantik
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11:25 25.06.2018
Emotionen und Aufbruch in musikalisches Neuland: Auf diese beiden Stärken der Musik der Romantik setzte Dirigent Piero Lombardi bei den Sommerkonzerten der Akademischen Orchestervereinigung. Quelle: Peter Heller
Göttingen

Das Orchester präsentierte am Wochenende in der Aula am Wochenende romantische Werke, die sehr herausfordernd bei der Interpretation und extrem unterschiedlich sind – also ideal für einen spannenden Konzertabend.

Der Abend begann mit Richard Wagner (1813-1883), der so großartig mit Konventionen brach und eine eigene Musik konzipierte. Das Orchester spielt das Vorspiel zum ersten Akt der Oper Lohengrin: Die Violinen erzeugen eine flirrende, weltentrückte Atmosphäre. Innerhalb weniger Minuten schafft dann der gesamte Klangkörper eine Musik jenseits von Melodien, Klänge, die zu räumlichen Flächen werden – ein geradezu avantgardistisches Werk von irrealer Schönheit.

Von tänzerischer Leichtigkeit bis dramatischer Wucht

In einen Strudel der Gefühle zieht die Zuhörer „Der Wassermann“ von Antonín Dvořák (1841-1904). Hier vertonte der Komponist die Geschichte eines Mädchen, das von einem Wassermann entführt wird, von ihm ein Kind empfängt und aus der Gefangenschaft flüchtet – doch der Wassermann rächt sich und ermordet das Kind. Das Orchester lässt die Stimmungen dieses Werkes lebendig werden: von der fröhlichen Anmutung tschechischer Volkslieder zu spannungsgeladenen ruhigen Momenten, von tänzerischer Leichtigkeit bis dramatischer Wucht. Dirigent Lombardi gibt dem Spiel des Orchesters eine Dynamik und Schärfe, die diesem tragischen Werk den passenden Ausdruck verleiht.

Furiosen Feier des Lebens

Ein Seelen-Drama mit triumphalem Ende ist die nach der Pause gespielte fünfte Symphonie von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky (1840-1893) – ein Werk mit sehr ansprechenden Melodien. Das Orchester lässt im ersten Satzes eine tiefe Sehnsucht des Komponisten hörbar werden. Der zweite Satz ist voller Melancholie und von einem wunderschön gespielten Horn-Solo geschmückt. Der dritte Satz wirkt zwar tänzerisch und hoffnungsvoll – doch düstere Melodien der Klarinetten lassen eine zweite Gefühlsebene erahnen. Im Finale erhebt das Orchester das Werk aus seiner Schwere hin zu einer furiosen Feier des Lebens.

Publikum feiert das Orchester

Der abwechslungsreiche Abend traf den Nerv des Publikums: Mit Bravo-Rufen, lautem Jubel und stürmischem Applaus feierten die Zuhörer das 70-köpfige Orchester, seinen Dirigenten und die Musik des 19. Jahrhunderts – und damit die Emotionen und Aufbruchsstimmung der Romantik.

Von Udo Hinz

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