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Sound mit hypnotischer Anziehungskraft

„Nighthawks“ in der Musa Sound mit hypnotischer Anziehungskraft

Die Energie des 35. Göttinger Jazzfestivals hat sich nach alter Gewohnheit wieder in einem tanzbaren Abschlusskonzert in der Musa entladen. Dieses Jahr am Sonntagabend zu Gast: Die „Nighthawks“, eine Formation aus Hamburg, die sich dem NuJazz verschrieben hat.

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Die Köpfe der Band „Nighthawks“: Bassist Dal Martino und Trompeter Reiner Winterschladen.

Quelle: Theodoro da Silva

Die Gruppe kreist um den Produzenten und Bassisten Dal Martino und den Trompeter Reiner Winterschladen, die ihre Musik ursprünglich als Studioprojekt verstanden haben. Aber ihre wahre Begabung lernt man erst zu würdigen, wenn man bezeugt hat, dass ihr elektronischer und wuchtiger Klang in Kooperation mit anderen Musikern auch live funktioniert.

Voraussetzung dafür ist, dass die fünf Musiker samt den elektronischen Klänge aus der Konserve perfekt ausgesteuert sind – dem Team aus der Musa gebührt für diese heikle Aufgabe ein großes Lob: Der Gesamtklang war dem Anlass entsprechend satt, aber die einzelnen Stimmen dennoch klar auszumachen.

Das lobte auch Martino, der während des Abends nur wenig sprach: „Ich will nicht so viel quatschen“, stellte der Bassist nach dem zweiten Song fest. Das war nicht etwa unsympathisch, den fünf Musikern gelang es nämlich durch ihre offen ausgelebte Spielfreude fast sofort, eine Verbindung zu ihrem begeisterten Publikum zu finden. Ihr Sound macht es seinen Hörern allerdings auch wirklich schwer, sich seiner fast schon hypnotischen Anziehungskraft zu widersetzen.

Die Nighthawks brauchen nicht viele Akkorde, ihre ostinaten Riffs fesseln durch die enge Verzahnung von Bass und Schlagzeug, die vor allem dem wirklich meisterhaften Timing Martinos zu verdanken ist. Selten hört man einen Bassisten, der dasselbe Motiv in so vielen metrischen Nuancen erklingen lassen kann. Über all dem fliegt die meist gedämpfte Trompete Winterschladens, die er in ruhigeren Stücken gegen das Flügelhorn tauscht.

Jürgen Dahmen an den Keyboards, denen er meist einen elektronisch modifizierten Fender-Rhodes-Klang verleiht, setzte insbesondere in seinem Solo zu „Motorcycle Hong Kong“ Akzente: Einem eng verzahnten akkordischen Pattern, auf das sich der Gitarrist Jörg Lehnhardt geistesgegenwärtig einließ, ließ er einen Sturm aus Sechzehnteln folgen, der das Publikum schlichtweg blies.

Darüber thront Thomas Alkier am Schlagzeug, der wirklich unglaublich treibende Grooves spielen kann und dabei auch noch grinst wie ein Honigkuchenpferd. Es war also ein großartiger Abend, ein ekstatischer Paukenschlag eines Festivals, auf das die Fans nun leider wieder ein Jahr warten müssen.

Von Jonas Rohde

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