Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional "South Pacific" im Kasseler Opernhaus
Nachrichten Kultur Regional "South Pacific" im Kasseler Opernhaus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:31 28.10.2009
Lauter glückliche Menschen am Thanksgiving Day: Philippe Ducloux als Luther (mit Rund-BH), Kristin Hölck im Matrosen-Look als Nellie (beide vorn Mitte) und Ensemble in „South Pacific“. Quelle: Ketz
Anzeige

Das Staatstheater Kassel lässt nun nahe den Fuldaauen die Bühnenpalmen rauschen. Die Handlung folgt dem üblichen Schema: Im Zweiten Weltkrieg bekämpfen sich (gute) Amerikaner und (böse) Japaner. Die schöne junge Krankenschwester Nelly verliebt sich in Pflanzer Emile. Am Ende kriegen sie sich – was sonst.

Der Reiz dieses Musicals liegt vor allem in seinem hohen Nostalgie-Wert. Und in dem Umstand, dass das, was wir sonst nur auf der Leinwand zu sehen bekommen haben, sich nun live vor uns abspielt. Hier sind die mutigen amerikanischen Soldaten, unter ihnen der smarte Luther Billis (typgerecht: Philippe Ducloux), der einzige, der in diesem Krieg sein Leben verliert. Dort tändeln und flirten die einheimischen Schönen. Bloody Mary (komödiantisch und echt komisch: Lona Culmer-Schellbach), eine Verwandte von Brechts Mutter Courage, verdient gut an den Soldaten und hätte beinahe ihre Tochter bei ihnen unter die Haube gebracht.

Das Traumpaar aber sind Krankenschwester Nellie und der grundanständige Pflanzer Emile. Ihre Liebe entzündet sich in den ersten Minuten, ist dann eine Bühnenstunde lang einigen Anfeindungen ausgesetzt, um am Ende um so strahlender zu triumphieren. Das glaubt man der ausgesprochen lebendig spielenden und singenden Kristin Hölck (Nellie) und André Bauer (als Emile ein Gentleman vom Scheitel bis zur Sohle) natürlich aufs Wort. Am Ende muss das Taschentuch die Spuren der Rührung wegwischen.

Wandelbare Bühne

Regisseur Matthias Davids weiß, wie er die Geschwindigkeit der Handlung zu steuern hat. Er ordnet und bewegt die Chor- und Statistenscharen mit sicherem Blick für angemessene Wirkung. Mathias Fischer-Dieskau ist für die wandelbare Südsee-Postkarten-Bühne zuständig, aus der mit wenigen Handgriffen ein US-Militär-Befehlsstand oder die weiße Terrasse der luxuriösen Pflanzervilla werden kann.

All die gefühlsschwangeren Songs und Tanznummern des Musicals – sogar mit Ansätzen einer Leitmotivtechnik – sind bei Dirigent Kai Tietje in guten Händen: echte Hollywood-Edelschnulzen, die auch einem Cinemascope-Film gut angestanden hätten.
Nächste Termine: 3., 8., 14., 21., 26., 28. November, 13., 18., 23. und 31. Dezember im Opernhaus Kassel. Karten: Telefon 05   61  /   10   94   222.

Von Michael Schäfer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Regional Szenische Lesung - Vom Regen weggewaschen

Wie ein Häufchen Elend, zusammengefallen auf einem Stuhl, sitzt Gerhart (Christoph Huber) in der Klosterkirche in Nikolausberg.

28.10.2009

Es ist Heiligabend, das Kaufhaus geschlossen. Jeder Mitarbeiter wurde mit einer Flasche Branntwein beschenkt, fast jeder. Ausländische Kollegen und nicht ständig Beschäftigte gingen leer aus. Zu denen zählt Putzfrau Maria, die erst kam, als alle anderen gegangen waren. Doch dann trifft sie Nachtwächter Joseph.

28.10.2009
Regional Kunstverein Göttingen - Eine Lanze für die Kunst brechen

Der Kunstverein zeigt im alten Rathaus die Ausstellung „Today ist the tomorrow you worried about yesterday“ („Heute ist das Morgen, das dich gestern beunruhigte“).

27.10.2009
Anzeige