Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Spektrum zwischen Rustikalität und Erhabenheit
Nachrichten Kultur Regional Spektrum zwischen Rustikalität und Erhabenheit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:48 14.06.2009
Ohne altväterliche Behäbigkeit: das Göttinger Symphonie Orchester. Quelle: Heller
Anzeige

Das könnte sich mit der europäischen Erstaufführung der neu orchestrierten Fassung von Adolf Busch (1938) ändern, die auf maßgebliches Betreiben Christoph-Mathias Muellers in der Stadthalle zustande kam. In Kooperation mit dem Max-Reger-Institut Karlsruhe mussten hierzu eigens aus dem Manuskript Partitur und Stimmenmaterial erstellt werden –  ein Mehraufwand, der jedoch die Basis für eine repertoiregeschichtliche Großtat legte. Im Vergleich zur Originalfassung wurde hier durch gezielte Schnitte in der wuchernden Orchestrierung eine äußerst vorteilhafte Transparenz erreicht, die stellenweise sogar an Mendelssohnsche Duftigkeit heranreicht. 

Mit Kolja Lessing hatte das an melodischer Üppigkeit schier überquellende Konzert einen zutiefst seriösen Fürsprecher. An virtuosem, gar reißerischem Gebaren lag dem als Geiger und Pianist gleichrangig tätigen Ausnahmekünstler nichts. Sein großer sonorer Ton strahlte durch alle Register, blieb selbst im feinsten pianissimo höchst intensiv und bei aller Innigkeit stets kontrolliert und beherrscht. Solist und Dirigent  verloren auch im dichtesten hyperpolyphonen Dickicht nicht die konzeptionelle Übersicht, führten zu traumhaft lyrischen Lichtungen und rissen das Publikum der sehr gut besuchten Stadthalle schließlich zu Beifallsstürmen hin.

Fast samtener Klang

Joseph Haydns 103. Sinfonie („Mit dem Paukenwirbel“) hatte schon in der ersten Konzerthälfte dem Göttinger Sinfonie-Orchester Gelegenheit zur Selbstdarstellung gegeben. Mueller setzte von Anbeginn auf einen durchsichtigen und dennoch warmen, fast samtenen Orchesterklang, kostete das breite Spektrum zwischen Rustikalität und Erhabenheit voll aus und trieb der Sinfonie alle altväterliche Behäbigkeit aus. Ein kolossaler Abend.

Von Matthias Schneider-Dominco

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Immer wenn es dunkel wird, werden neue Möglichkeiten geboren“, sagt die Radiomoderatorin. 15 junge Menschen bereiten sich derweil irgendwo in der Stadt auf die Nacht vor: Zu hören ist nur das leise Schrubben ihrer Zahnbürsten. Wenn der neue Tag anbricht, werden Beziehungen gescheitert sein, ein Haus ist besetzt, Exzesse werden Wunden hinterlassen haben, und die Einsamkeit hat ihr hässliches Gesicht in Selbstzweifeln und Panikattacken gezeigt.

14.06.2009

„Midas Inc.“ ist aus dem Bandwettbewerb „Local Heroes“ am Freitag in der Musa als Gewinner hervorgegangen. Sie vertreten die Region beim Landeshalbfinale in Hannover. Den Publikumspreis erhielt „Treehouse“.

14.06.2009

Marie-Isabel Walke und Alois Reinhardt sind am Sonntag mit dem Nachwuchsförderpreis des Deutschen Theaters (DT) Göttingen ausgezeichnet worden. Den mit jeweils 1000 Euro dotierten Preis vergibt der Förderverein des DT seit 2001 jedes Jahr an junge Schauspieler des Ensembles.

14.06.2009
Anzeige