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Spritzig, spannungsreich und beschwingt

Silvesterkonzert GSO Spritzig, spannungsreich und beschwingt

Winterlich weiße Pracht und Karneval in Venedig – passt das zusammen? Am letzten Abend des alten Jahres sehr wohl: Der venezianische Karneval war das Motto des Silvesterkonzerts mit dem Göttinger Symphonie Orchester (GSO) in der ausverkauften Stadthalle, das garantiert musikalische Lebensfreude.

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Prägend für den Konzertabend: der Trompeter Reinhold Friedrich mit dem Göttinger Symphonie Orchester.

Quelle: Heller

Mit Dvořáks Ouvertüre „Karneval“ eröffnete Dirigent Christoph-Mathias Mueller den Abend spritzig, spannungsreich und beschwingt. Und auch die weiteren Karnevals-Stücke des Abends waren von eleganter Heiterkeit bestimmt – von Chatschaturjans „Maskerade“-Musik über Offenbachs sanft schwingende Barcarole aus „Hoffmanns Erzählungen“ und Verdis „Maskenball“-Ouvertüre bis hin zu den drei einschlägigen wunderschönen Beiträgen von Johann Strauß.

Was diesen Abend aber entscheidend prägte, war der Solist, der Trompeter Reinhold Friedrich. Er steuerte drei wahrhaft akrobatische Virtuosenstücke bei, zwei Kompositionen aus der russischen Trompetenschule und die Bravourvariationen „Karneval in Venedig“ des französischen Startrompeters Jean Baptiste Arban, auf deren Thema in Deutschland der Text „Mein Hut, der hat drei Ecken“ gesungen wird. Friedrich ist ein gänzlich uneitler Musiker mit einer ansteckend fröhlichen Ausstrahlung, die bis hinauf in den Rang der Stadthalle reicht. Und er ist ein Trompeter, dem offenbar kein noch so schneller Lauf und kein noch so hoher Ton irgendwelche Mühe bereitet: Passagen, bei denen sich Pianisten die Finger brechen könnten, entströmen seinen Lippen mit federleichter Eleganz. Sein einziges Dopingmittel ist ein Glas Wasser, das er in den Arban-Variationen gerade einmal an die Lippen setzt.

Friedrich geht jetzt mit dem GSO auf Tournee und wird das Programm bis zum 25. Januar noch 15mal zwischen Einbeck, Osterode, Wunstorf und Neumünster aufführen: für einen Musiker, der sonst auf den großen nationalen und internationalen Konzertpodien steht, eine außergewöhnliche Einsatzbereitschaft.
Das GSO spielt das Programm ein weiteres Mal am Freitag, 8. Januar, um 19.45 Uhr in der Göttinger Stadthalle. Es gibt noch Restkarten.

Von Michael Schäfer

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