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Stadtkantorei singt das Bachs Weihnachstoratoium

Besonders warmer Klang in St. Johannis Stadtkantorei singt das Bachs Weihnachstoratoium

Alle Plätze restlos ausverkauft, am Ende überschwänglicher Jubel: die Göttinger Stadtkantorei hat am Sonntag die Zuhörer in der Johanniskirche mit Bachs Weihnachtsoratorium nachhaltig begeistert. Obendrein gab es ein weiteres klangprächtiges Bachsches Chorwerk zum Einstieg: das „Magnificat“.

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Die Göttinger Stadtkantorei hat am Sonntag die Zuhörer in der Johanniskirche mit Bachs Weihnachtsoratorium nachhaltig begeistert.

Quelle: Heller

Göttingen. Dieser Lobgesang gehört wie das Oratorium zur weihnachtlichen Tradition der Kirchenmusik. Deshalb ist es sinnvoll, beide Werke zu koppeln. Weil das „Magnificat“ aber mit besonders reichem vokalen Zierrat ausgestattet ist, hatte es Kantor Bernd Eberhardt dem Göttinger Kammerchor anvertraut, einem rund 40-köpfigen Ensemble mit besonders hohen stimmlichen Qualitäten.

Die machten sich gleich im koloraturenreichen Eingangschor bemerkbar. Das sehr frische Tempo, das Eberhardt mit seinem leidenschaftlichen Dirigat den Vokalisten abverlangte, meisterten sie mit Bravour. Sie sangen geschmeidig, blitzsauber in Artikulation und Intonation, waren homogen im Klang. Dazu passten die flexibel und beweglich musizierenden Instrumentalisten des Göttinger Barockorchesters vortrefflich.

Dass aber auch der Klang der an diesem Abend mit rund 140 Choristen besetzten Stadtkantorei derart schlank und durchsichtig geraten könnte, war nicht von vornherein zu erwarten. Springlebendige Frische kennzeichnete den Eingangschor „Jauchzet, frohlocket“ ebenso wie den Chor „Herrscher des Himmels“ aus der dritten Kantate. Dazwischen lagen ebenso inspiriert gesungene kleinere Chorsätze sowie die Choräle, bei denen Eberhardt einen besonders warmen Chorklang erzielte.  

Den Solosopran sang Johanna Neß mit wunderbarer Klarheit im Stimmklang. Ihr helles, geradezu graziles Timbre ist für die tonliche Schlankheit der historischen Aufführungspraxis ideal. Einen warmen, gut fundierten Alt, der auch höhere Lagen gut abdeckt, steuerte Nicole Pieper mit großer Ausdruckstiefe bei. Viel Stimmkraft und Gestaltungsfähigkeit bewies Klemens Sander (Bass), bei dem nur stellenweise eine leicht nasale Tonfärbung zu beobachten war. Die Krone unter den Solisten gebührt dem Tenor Clemens Löschmann: Die Evangelistenpartie gestaltete er mit einer solchen Ausdruckstiefe und Lebendigkeit, als sei er in der heiligen Nacht gerade dabeigewesen. Dazu bot er in seinen Arien federleichte, gestochen scharfe Koloraturen.

Sehr stilsicher und virtuos musizierten die Instrumentalisten des Göttinger Barockorchesters. Großes Lob haben die Solisten Britta Hauenschild (Traversflöte) und der Geiger Henning Vater verdient. Ein hinreißender Abend, bei dem Chor, Orchester und Solisten perfekt zusammenpassten.

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