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Staubig und mit Gold durchsetzt

„The Norman Beaker Band“ Staubig und mit Gold durchsetzt

Die Göttinger Musa hat neben Neuentdeckungen in ihrem Programm auch immer wieder Urgesteine der Musikgeschichte zu Gast. Mit Chris Farlowe fand sich nun eine der wichtigsten Stimmen des Europäischen Blues wieder hier ein.

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Urgestein des Blues: Chris Farlowe (r.) mit Kim Nishikawara.

Quelle: JV

Göttingen. Man muss wohl schon einige Jahre auf dem Buckel haben, damit einem Farlowes Name noch geläufig ist.

Noch hilfreicher ist es, wenn man den Song „Out of Time“ der Rolling Stones nennt. Diesen coverte er unter der schützenden Hand Mick Jaggers und landete 1966 auf dem ersten Platz der britischen Singlecharts – etwas, was den Stones mit diesem Song nicht gelungen ist.
Farlowe bespielt heute nicht mehr die ganz großen Bühnen. Seine Fangemeinde ist kleiner und eingeschworener, aber Farlowe, ein geborener Entertainer, scheint sich mit mehr als 70 Jahren kaum verändert zu haben.

Auf Deutsch begrüßte er sein Publikum, mit dem er sprach, als ob es aus alten Freunden bestehe. Tatsächlich kennt der Brite die Musa schon aus dem vergangenen Jahr, als er mit der „Hamburg Blues Band“ zu Gast war. Dieses Jahr begleitete ihn „The Norman Beaker Band“, deren Frontmann und Gitarrist der britischen Szene ebenfalls schon mehr als 40 Jahre bekannt ist.

Farlowes Musik liegt in einem fruchtbaren Delta aus Blues, Rhythm and Blues, Rock und Funk, die einzelnen Ströme durch seine markante Stimme überbrückt, staubig und mit Gold durchsetzt. Der Sound seiner Kollegen kann mühelos mithalten: Beakers Gitarrenspiel trieft geradezu vor langjähriger Erfahrung, aber auch das Saxophon von Kim Nishikawara setzte treibende Höhepunkte.

Auch wenn die sechs Musiker der Tonalität des Blues verpflichtet sind, beschränkten sie sich nicht auf seine zwölftaktige Form. Besonders Dave Baldwin an den Keyboards, die meist als Hammond-Orgel eingesetzt wurden, brachte durch harmonische Erweiterungen Jazzklänge ins Spiel, die an die Hardbop-Ära denken ließen.

So viel musikalische Souveränität machte allen Beteiligten Spaß – besonders, da sie von Künstlern demonstriert wurde, die sowohl vor 10 000 als auch vor 100 Leuten merklich Freude an ihrer Musik haben können.

Von Jonas Rhode

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