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Regional Stimmen-Imitator Schiffer in der Göttinger Stadthalle
Nachrichten Kultur Regional Stimmen-Imitator Schiffer in der Göttinger Stadthalle
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13:49 22.02.2018
Christian Schiffer, das "wandelnde 1-Mann-Hörspiel" tritt als Jogi-Löw auf und parodiert die gesamte Fußball-Nationalelf in der Göttinger Stadthalle. Quelle: Foto: Bänsch
Göttingen

Wenn Fußball-Bundestrainer Jogi Löw auf der Homepage „Elitetrainer.de“ eine Frau sucht, die bei ihm „Dribbeln in der Bauchgegend“ verursacht, Manager Reiner Calmund in sein Diät-Tagebuch schreibt und Kommentator Waldemar Hartmann versucht, seinen „Schwimmnudelstuhl zu verkaufen, klingt das zunächst absurd. So hat es aber Stimmen-Imitator Christian Schiffer in seinem Programm „Jogis Eleven – Jetzt erscht recht“ dargestellt und bei den rund 370 Gästen in der Göttinger Stadthalle für Unterhaltung gesorgt.

Die vergangene Fußball-EM sei nur eine Testphase gewesen, klingt „Jogis“ Stimme durch die Lautsprecher in der Stadthalle. Man habe eh nicht versucht zu gewinnen, nur die anderen Mannschaften einschätzen wollen und später dann eben auch Zeit für Sight­see­ing in Frankreich gehabt. Maßgebliches Ziel sei schließlich die WM-Titelverteidigung in Russland. Schiffers Imitationen sind bemerkenswert. In seiner „Paradestimme“ als „Jogi“ überzeugt er. Auch andere Fußballgrößen kommen zu Wort – aktive und ehemalige Spieler der deutschen Nationalmannschaft, Trainer, Moderatoren und mehr.

Video-Einspieler als Unterstützung

Vielen Gästen dürften „Jogis eleven“ aus dem Radio bekannt sein – so präsentieren verschiedene Sender den vermeintlichen Alltag der deutschen Kicker. Das Live-Programm ist der Versuch, das funktionierende Konzept auf die Bühne zu holen. Unterstützung findet die Ein-Mann-Stimmenvielfalt dabei in Video-Einspielern. Unter anderem parodierte russische Fußball-Weltmeisterschaft-Bewerbungsvideos, für Menschen, die gern über Unfälle und Betrunkene lachen; original Videos von Lukas Podolski – die Schiffer unter dem Enthüllungstitel „Lukas Leaks“ nachspricht – für Fans des vermeintlichen „Poldi-Humors“; oder der legendäre Völler-Ausraster bei einem Interview von Waldemar Hartmann – natürlich neu vertont von Schiffer. Was unter anderem bei dem Sportschau-„ran fun“-Format funktioniert ist auch in der Göttinger Stadthalle als nachgesprochene Überspitzung unterhaltsam.

Bei seinen Stand-up-Einlagen greift sich Schiffer Merkmale der Synchronisierten heraus. So fragt Jérôme Boateng Mesut Özil danach, ob er seiner Freundin „schöne Augen“ gemacht habe. Philipp Lahm schafft es wegen seiner Körpergröße nicht mehr aus der Toilette. Reiner Calmund vertraut seinem Tagebuch an, dass er mit einem „Brand“ aufgewacht sei. Das habe aber wohl daran gelegen, dass er vergessen hat, den Grill neben seinem Bett auszuschalten – alles leichte Kost für das Publikum in der Göttinger Stadthalle.

Aggressionen des Titans

Auch Ex-National-Torwart Oliver Khan kam zu Wort. In seiner „Titan-Meditation“ versucht er seine Aggressionen in den Griff zu bekommen. So sei er damals gebeten worden, den andern Fußballspielern nicht immer die Beine zu brechen. Die Wutanfälle seinen schließlich auch für einen selbst nicht immer gut, meint die Kahn-Parodie zu sich selbst: „Den Computer durch eine tragende Wand zu treten, kann teuer werden.“

In der „Halbzeit“-Pause durften die Zuschauer unter das frisch online gestellte Facebook-Publikumsfoto Kommentare posten. Zu gewinnen gab es ein Hörspiel von „Jogis eleven“. Der Post von Tina Salovic zusammen mit den 10-Jährigen Anton und Kian überzeugte den Entertainer: „Ich war gerade auf dem Klo und habe eine Stimme gehört die rief: Hiiiiiiiilfe, ich bin der Philipp, holt mich hier raus“, schrieben sie. Die zwei Jungen waren begeistert, als Schiffer nach der Show im Foyer auf seine Gäste wartete und ihnen als „Poldi“ eine Nachricht auf ihr Smartphone sprach.

Von Friedrich Schmidt

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