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Regional Susann Pásztor erhält den Evangelischen Buchpreis
Nachrichten Kultur Regional Susann Pásztor erhält den Evangelischen Buchpreis
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15:01 14.05.2018
Quelle: dpa
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Göttingen/Soltau

Sie erhält die Auszeichnung in der Karlsruher Paul-Gerhardt-Kirche durch den badischen Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh.

Der Preis wird seit 1979 vom Evangelischen Literaturportal mit Sitz in Göttingen vergeben, dem Dachverband evangelischer öffentlicher Büchereien. Vorsitzender des Verbandes ist der hannoversche Landesbischof Ralf Meister.

Susann Pásztor sei „ein wahres Kunststück“ gelungen, begründete die Jury ihre Wahl: Das Buch sei „ein wunderbarer Roman, der den Tod ernst und das Leben mit all seinen Wirrungen doch leicht nimmt“. Die Autorin beschreibe die Figuren „mit großem Respekt, mit feinsinnigem Humor in der Schilderung ihrer Motive und einem liebevollen Blick auf das Bemühen, das Leben zu gestalten“.

„Mysterium“ des Sterbens

„Schreiben bedeutet für mich, dass ich mich mit Dingen auseinandersetze, die mich beschäftigen“, sagt die 61-jährige Autorin, die aus Soltau stammt und zunächst Kunst und Pädagogik studierte. Nach dem Tod ihrer Eltern wollte Pásztor sich dem „Mysterium“ des Sterbens stellen und machte eine Ausbildung zur Sterbebegleiterin. Seit 2010 begleitet sie ehrenamtlich Menschen auf ihrem letzten Weg.

Dabei sei ihr gleich klar gewesen, dass es kein Sachbuch zum Thema wird: „Geschichten erzähle ich am liebsten“, sagt die Autorin, die bereits zuvor zwei Romane veröffentlichte. In ihren Büchern beschreibt sie allerdings keine konkreten Personen oder Ereignisse. Aber „natürlich fließen eigene Erfahrungen mit ein“, auch die der Sterbebegleitung, sagt die Berlinerin. So könnten die Leser an den Gesprächsrunden der Supervisionsgruppe teilnehmen, in denen die Auseinandersetzung mit dem Sterben sowie das Schöne, aber auch Enttäuschende der Hospizarbeit zur Sprache kommen.

Am Anfang sind Figuren

Wenn Pásztor ihre Bücher beginnt, hat sie den Inhalt ganz grob im Kopf. So war es auch bei ihrem neuesten Roman über Sterbebegleitung. Sie fange mit den einzelnen Figuren an und beschreibe anschaulich und detailliert, wie diese miteinander umgehen: Da ist die 60-jährige eigensinnige Karla, unheilbar an Krebs erkrankt. Sie bittet beim Hospizverein um jemanden, der sie in den letzten Wochen ihres Lebens begleitet.

Zu ihr kommt Fred, der - auf der Suche nach einer sinnvollen Aufgabe - die Ausbildung zum Hospizhelfer gerade erst absolviert hat. Karla ist sein erster „Fall“. Seine gut gemeinten, aber hilflosen Angebote stoßen bei Karla auf schroffe Ablehnung. Unerwartete Hilfe bekommen beide von Freds 13-jährigem Sohn Phil, der zeigt, dass ein Begleiter gar nicht viel machen muss, sondern dass es manchmal genügt da zu sein.

Tod aus der Verschwiegenheitsecke holen

Mit ihrem Roman will Pásztor auch die Themen Leiden, Sterben und Tod aus der Verschwiegenheitsecke holen. Die Menschen hätten eine Sehnsucht, sich damit auseinanderzusetzen. Pásztors Erfahrung: „Wir sind so unvorbereitet, wenn es uns trifft“.

Deshalb bedauere sie, dass die Hospizarbeit in Deutschland immer noch zu wenig bekannt ist. Die Autorin ist überzeugt davon, dass die Menschen in unserer Gesellschaft zu wenig über Sterben und Tod nachdenken. Dabei sei das ein Thema, das alle angehe: „Nicht nur weil wir immer älter werden“.

Eine Idee für ihr nächstes Buch hat Pásztor schon: Es soll um Freundschaft und Frauen gehen, die in den 1970er Jahren zusammen aufgewachsen sind und sich dem Älterwerden stellen.

Von epd

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