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Swantje Möller inszeniert „Hasenland“

zu Gast im Klassenzimmer Swantje Möller inszeniert „Hasenland“

Auf dem Gang toben Schüler, nur in der 6.3. der IGS Bovenden sitzen sie schon vor Beginn der Schulstunde erwartungsvoll an ihren Tischen. Sie sind das Premierenpublikum des Stückes „Hasenland“ von Reihaneh Youzbashi Dizaji, das im Februar in der Comedia in Köln uraufgeführt wurde und nun in der Inszenierung von Swantje Möller als Produktion des Deutschen Theaters Göttingen zu erleben ist.

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Mit Schülern: Norman Grüß als Ayhan und Kathrin Müller-Grüß als Sara.

Quelle: Oswald

Bovenden. Trotz der jahrestypischen Hasenthematik hat das Stück so gar nichts mit dem Osterfest zu tun.  Die beiden Hauptfiguren Sara (Kathrin Müller-Grüß) und Ayhan (Norman Grüß) reihen sich optisch ein und fielen wohl nur nach genauem Hinsehen auf, wenn sie wie die anderen an den Tischen säßen. Sara ist Deutsche, ihre Eltern sind ständig weg und essen nur Lebensmittel aus dem Bioladen. Ayhan hat eine große Familie, die bei Aldi einkauft. Seine Mutter trägt ein Kopftuch, sein Vater kann kein Deutsch.

Zunächst sind es nur ihre Unterschiede, die sie einen und  dass sie beide nach der Schule nicht nach Hause gehen wollen. Durch die Initiative der quirligen Sara, die von Müller-Gruß bemerkenswert wach und spielfreudig verkörpert wird, entsteht ein Spiel zwischen den beiden, in dem sie ihre Vorlieben und Abneigungen lautstark und oft drastisch austauschen. Aber auch an der Tafel wird geschrieben und die Schüler der Klasse mischen mit.

„Ich liebe Oma, Opa, Döner“, steht auf der einen Seite, „ich hasse Spinnen, X-Box, Länder“ auf der anderen. Aus hassen wird „hasen“ und das „Hasenland“ wird das gemeinsame Land, in dem sie sich treffen können, wo weder Nationalitäten noch Geschlechter eine Rolle spielen. Mit Hasenmasken wird ausgelassen und darstellerisch überzeugend getobt, es werden Chips und Weinblätter verzehrt. Da fällt auch für das hungrige Publikum etwas ab. Doch die Freundschaft von Sara und Ayhan nimmt ein jähes Ende, denn Saras Eltern ziehen nach Berlin.

Zur Hasenabschiedsparty kommt Sara nicht mehr, aber Hamid (ebenfalls Müller-Grüß). Taugt er als neuer Hase?

„Hasenland“ wird für Kinder zwischen acht und zwölf Jahren empfohlen und spiegelt ein Stück weit die Erlebniswelt dieser Altersgruppe wider. Der Spielort Klassenzimmer ermöglicht die Theatererfahrung unmittelbarer und greifbarer, als es auf einer Bühne möglich wäre, und Möllers Inszenierung gelingt es, die reale und die fiktive Welt kaum merklich miteinander zu verbinden.

Die 6.3 nahm das Angebot wahr, Patenklasse dieser Inszenierung zu sein. So war sie bei einigen Proben anwesend und bekam Einblicke in den künstlerischen Prozess vom Text bis zur fertigen Inszenierung. Die Schulstunde mit der Premiere hat die Klasse nun sichtlich genossen.
Die Vorstellung kann für Schulklassen unter Telefon 05 51 / 49 69 48 gebucht werden.

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