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Regional Wasted Act gewinnen „Rock am Kauf Park 2018“
Nachrichten Kultur Regional Wasted Act gewinnen „Rock am Kauf Park 2018“
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10:51 05.08.2018
Wasted Act beim Auftritt. Quelle: Markus Riese
Göttingen

3500 Besucher – nach Angaben des Veranstalters – waren am Sonnabendabend zum Einkaufszentrum „Kauf Park“ gekommen, um bei hochsommerlichen Temperaturen die Festival-Stimmung des größten Band-Contests der Region zu genießen: „Rock am Kauf Park“ erwies sich einmal mehr als Publikumsmagnet.

Die Nachwuchs-Rockbands Surlife, Wasted Act und Freight Yard waren nacheinander auf der großen Bühne aufgetreten und hatten allesamt sehr engagiert versucht, mit jeweils 20 Minuten langen Shows das Publikum und die Jury von ihren musikalischen Live-Qualitäten zu überzeugen.

Entspannte Stimmung im Publikum

"Rock am Kauf Park 2018": Blick von oben. Quelle: Christoph Mischke

Die Stimmung im Publikum war durchweg fröhlich und entspannt. An einigen Stellen erinnerte „Rock am Kauf Park“ auch wieder an manch größere Festivals. So brachten sich etwa vier junge Frauen, die von ihrer Aufmachung her auch in Wacken nicht sonderlich auffallen würden, eine Decke, Zigaretten und Energydrinks mit und ließen sich in zweiter Reihe nieder. Überall bildeten sich kleine Grüppchen, bis sich die abgesteckte Publikumsfläche fast vollständig gefüllt hatte. Und auch das Merchandising der Bands sah fast schon aus wie bei den „Großen“: Surlife hatte sogar einen kleinen Stand dabei, an dem T-Shirts und die gerade erschienenen CDs verkauft wurden (Drummer Micha Müller-Zitzke während des Gigs: „Wäre geil, wenn da irgendwer Bock drauf hat!“); die Anhänger von Wasted Act fuhren mit einem Einkaufswagen voller Fanshirts durch die Menge. Von den 50 Shirts im Wagen gingen etwa die Hälfte weg – zum Stückpreis von 15 Euro.

Surlife als Opener

"Rock am Kauf Park 2018": Surlife. Quelle: Christoph Mischke

Die Auftrittsreihenfolge der drei am Contest teilnehmenden Bands war ausgelost worden, und so eröffnete Surlife aus Bodenfelde den Abend. Die drei jungen Musiker starteten gleich mit einer Ohrwurm-Nummer durch, überzeugten vom Fleck weg mit ihrem melodischen, ehrlichen Rock sowie einigen überraschenden Elementen und variantenreichen Breaks in den weiteren Songs. Dass sie anfangs noch mit fiependen Mikrofonen zu kämpfen hatten, überspielten sie professionell. Auf die mitgebrachte Fanbase war Verlass, und auch beim neutralen Publikum erspielte sich die Band viele Sympathien.

Wasted Act mit wuchtigem Hard Rock

"Rock am Kauf Park 2018": Wasted Act. Quelle: Christoph Mischke

Eine ganze Ecke schmutziger, schnarrender, schrammeliger und impulsiver wurde es, als Wasted Act die Bühne enterten. Ihre rasante Show wirkte erheblich extrovertierter, schon durch die teils schrillen Bühnen-Outfits, aber auch durch die Songauswahl. Hard Rock im Stile der 70er- und 80er-Jahre riss die Fans vor der Bühne mit, und handwerklich machte das, was die vier Göttinger rund um den Hildesheimer Frontmann und Sänger Sören Kaffeya ablieferten, einen erstaunlich routinierten Eindruck – für eine Band, die erst seit einigen Monaten in dieser Konstellation zusammen Musik macht.

Freight Yard mit Dame und Posaune

"Rock am Kauf Park 2018": Quelle: Christoph Mischke

Auch Freight Yard bot als dritte Band des Abends viel Abwechslung: Von beinahe radiokompatiblen Alternative-Rock-Titeln bis hin zu wüsten Abtanz-Brechern bot die siebenköpfige Combo so einiges – und musste sich dabei im Grunde keinen Vorwurf machen, denn schlecht war das wahrlich nicht, was Freight Yard ablieferte. Moderator Andreas Wurm von Antenne Niedersachsen stellte dabei Sängerin Josephine Simon heraus, weil sie die einzige Frau im Wettbewerb war. Durch Posaunist Nils Bartels konnte die Band aber noch mit einer weiteren Besonderheit aufwarten. Wechselnde Beats und Tempi, saubere Arrangements, eine Konfetti-Kanone zum Finale und ein tanzbarer Rausschmeißer, der entfernt an Billy Idol erinnerte, ergaben eigentlich ein rundes Bild – was die Enttäuschung darüber, dass es am Ende nur zu Platz drei reichte, ein wenig nachvollziehbar werden lässt.

„Rock am Kauf Park 2018“ in bewegten Bildern – das Video:

Knappe Entscheidung der Jury

Doch die Konkurrenz war groß, wie auch Jury-Mitglied Peter Mühlhaus von der Volksbank Kassel Göttingen unterstrich: „Am Ende war es ein ganz enges Rennen. Es ging letztlich um einen Punkt Unterschied in der Bewertung“, erklärte er. Nach verschiedenen Kriterien hatten Mühlhaus und seine Jury-Kollegen Markus Scharf vom Göttinger Tageblatt, Ann-Christin Barthelmie von Antenne Niedersachsen und Mathias Stitz vom Vorjahressieger Jungfrau Männlich Deluxe zu beurteilen, wer in diesem Jahr die Nase vorn haben sollte.

"Rock am Kauf Park 2018": Göttinger Dance Company. Quelle: Christoph Mischke

In den Umbaupausen und während der Jury-Beratung fokussierte sich die Menge auf eine kleine Nebenbühne, wo die Göttinger Dance Company mehrfach ansehnlich performte – und wo über den Abend hinweg verschiedene Preise verlost wurden.

Doppelter Publikumspreis

Bevor schließlich Wasted Act gegen 22.20 Uhr als Sieger verkündet wurde, ermittelte Moderator Wurm zunächst den Gewinner des Publikumspreises – ein Studiobesuch bei Antenne Niedersachsen in Hannover. Weil der Applaus-Vergleich zweimal praktisch unentschieden ausging, erhielten sowohl Wasted Act als auch Surlife den Preis. Im Jury-Voting musste sich Surlife allerdings geschlagen und mit einem 200-Euro-Gutschein für „Sound and Vision“ zufrieden geben. Und das taten sie: „Wir sind superglücklich mit dem zweiten Platz und dem Publikumspreis. Es war ein toller Abend“, strahlte Schlagzeuger Müller-Zitzke nach der Show. Für Freight Yard gab es einen 100-Euro-Centergutschein für den „Kauf Park“.

Bildergalerie zu „Rock am Kauf Park 2018“:

3500 Musik-Fans feierten am 5. August 2018 die drei am Bandcontest „Rock am Kauf Park“ teilnehmenden Bands Surlife, Wasted Act und Freight Yard. In den Pausen sorgten Moderator Andreas Wurm und die Göttinger Dance Company für Unterhaltung, später die Antenne Niedersachsen Band feat. Kaya Laß.

Die Sieger feiern sich – und ihre Mitbewerber

Nach einem weiteren Kurzauftritt von Wasted Act genoss Sänger Kaffeya das Bad in der Menge und stellte sich am Eingang zum Backstage-Bereich geduldig für Selfies mit den Fans zur Verfügung. „Das ist schon ein besonderes Gefühl, sowas habe ich bisher noch nicht erlebt“, gab er zu. Auf beide gewonnenen Preise – einen Auftritt beim KWP-Festival am 18. August und einen Aufnahmetag in den Peppermint Park Studios in Hannover – freue sich die Band riesig. „Zum KWP werden wir acht, neun Stücke fertig haben“, stellte er in Aussicht. Im Studio wolle die Band dann vielleicht schon die kompletten Drum-Spuren für ein mögliches Album aufnehmen.

"Rock am Kauf Park 2018": Siegerband Wasted Act. Quelle: Christoph Mischke

Für die beiden konkurrierenden Bands hatte Kaffeya ausschließlich positive Worte übrig: „Beide Bands machen unglaublich Spaß“, befand er. Surlife sei bereits ziemlich routiniert und sollte seiner Meinung nach „einfach so weitermachen“. Freight Yard sei „richtig cool“, das besondere Setting erinnere phasenweise an eine Big Band. „Ganz ehrlich: Wir feiern beide Bands und waren heute ja vor allem alle hier, um Spaß zu haben“, brachte es Kaffeya auf den Punkt.

"Rock am Kauf Park 2018": Das Publikum feiert. Quelle: Christoph Mischke

Spaß hatten die siegreichen Fünf auch bei der After-Show-Party mit der Antenne-Niedersachsen-Band um Kaya Laß, die mit ihrem ersten Song direkt die Stimmungslage von Wasted Act traf: Justin Timberlakes „Can’t stop this feeling“.

Sommmerliche Atmosphäre bei „Rock am Kauf Park“. Quelle: Markus Riese

Von Markus Riese

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