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„The 12 Tenors“ in der Göttinger Stadthalle

Viel Programm „The 12 Tenors“ in der Göttinger Stadthalle

Kaufen sie das mal. Das ist schöne Musik für eine Frau“, rät der nette Verkäufer vom Merchandising-Stand. „Und Sie hören das nicht?“, kommt die treffsichere Reaktion der potenziellen Käuferin. „Naja, manchmal …“, lautet die ein wenig zerknirschte Antwort.

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Zwölf Sänger, viele davon mit großen Stimmen: die zwölf Tenöre.

Quelle: Vetter

Und wenn man sich umschaut, ist es wirklich nicht nur das schöne Geschlecht, das sich zu „The 12 Tenors“ hingezogen fühlt. Mit ihrer neuen Bühnenshow, mit der sie in gut vier Monaten auf fast 90 Bühnen der Republik gastieren, waren die zwölf Sänger nun auch in der nur zur Hälfte gefüllten Göttinger Stadthalle zu erleben und boten ihrem Publikum vor allem eines: viel.

Viele große Stimmen, viele verschiedene Genres, unorthodox aneinandergereiht, viele Tanzeinlagen und viel Jux aus dem Hause Kalauer. Alles schön, aber ein bisschen wie Schnitzel mit Vanillesoße essen. Beides lecker, aber zusammen?

Dass aus dem gut zweistündigen Auftritt ein absoluter Publikumserfolg wird, liegt vor allem daran, das sich die zwölf Männer aus aller Welt glücklicherweise selbst nicht besonders ernst nehmen und ein Publikum haben, dass sich gern von der guten Laune der Tenöre, ihrer bemerkenswerten Bühnenpräsenz und den schmissigen Arrangements von Peter Moss anstecken lässt.

Je mehr ihr trinkt, desto besser klingen wir

So wird bei „Delilah“ fleißig mitgeschunkelt und bei „Veronika, der Lenz ist da“ mitgeklatscht, bevor man John Miles’ Klassiker „Music“ ehrfürchtig lauscht und mit einem gesanglich und choreographisch beeindruckenden Michael-Jackson-Medley schon fast die Pause erreicht ist. In die werden die Zuhörer mit „the more you drink, the better we sound“ – je mehr ihr trinkt, desto besser klingen wir – entlassen.

Das haben die Herren im schwarzen Anzug natürlich gar nicht nötig. Fast jeder kann auch solistisch überzeugen – wie der Australier John Ellis im Gesangswettstreit mit dem Clown der Gruppe: Alexander Herzog, oder der Waliser Karl Davies mit dem Queen-Welthit „Bohemian Rhapsody“.

Gegen Ende des Abends ist das Publikum nicht mehr auf den Sitzen zu halten, und prompt folgt die Quittung in Form der Zugabe: Joe Cockers „You can leave your hat on“ wird bekanntlich immer gern als Entschuldigung für anzügliches Verhalten und kleine Stripeinlagen genutzt. Das wäre doch wahrlich nicht nötig gewesen, meine Herren.

Von Marie Varela

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