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The Wooden Sky bringen Kanada ins Apex

Konzert The Wooden Sky bringen Kanada ins Apex

Zwischen roten, von der Decke baumelnden Ahornblättern erklingen die gefühlvollen Melodien der kanadischen Indie-Rock-Band Evening Hymns im Apex. Sänger Jonas Bonnetta, der mit Vollbart und Hut aussieht als hätte er einige Zeit in der Wildnis verbracht, bannt mit seiner sanften Stimme die Zuhörer und sorgt mit amüsanten Episoden für grandiose Stimmung.

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Mit gefühlvollen Melodien: The Wooden Sky um Sänger Gavin Gardiner (Mitte).

Quelle: Vetter

Göttingen. Die Band aus Toronto – bestehend aus fünf Männern und einer Bassistin – präsentiert guten Indie-Rock mit teils ruhigen Melodien, teils kraftvolleren Rhythmen. In seinen Texten berichtet Bonnetta – einziges ständiges Bandmitglied der Evening Hymns – von Erfahrungen aus seinem Leben. In dem aktuellen Album „Spectral Dusk“ verarbeitet er vor allem den Tod seines Vaters, „der in den Songs weiterlebt und uns so auf der Tour begleitet“, wie er erzählt. So berichtet „You and Jake“ von der Beziehung seines Vaters zu seinem Bruder, während es in „spectral dusk“ um seine eigene Bindung zu seinem Dad geht. Allein steht er auf der Bühne und seine warme Stimme ergänzt die Melodien seiner Gitarre – wunderschön, melancholisch und sehr ehrlich!

Aber die Musiker versinken keineswegs in Melancholie. Mit witzigen Anekdoten – von Nächten im Schnee und Eierbewerfungen zur „Devil’s Night“ – amüsiert der Sänger zwischendurch das Publikum. Letzteres beweist ebenfalls eine gute Portion Humor, als es nach einer Anekdote über einen Auftritt, bei dem das französische Publikum nicht im Takt klatschen konnte, bei den ersten Tönen des nächsten Songs beginnt, die Hände wild durcheinander zusammenzuschlagen – die Band ist amüsiert.

Für einen gelungenen Einstieg in den kanadischen Indie-Rock-Abend sorgten zuvor The Wooden Sky, die das Publikum mit ebenso gefühlvollen Melodien in ihren Bann zogen. Bei den vier Musikern, die momentan die Evening Hymns komplettieren, geht es aber auch mal etwas rockiger zur Sache. So dominiert bei dem Song „Angels“ ein kräftiger, lauter Schlagzeugrhythmus die fast wütenden Melodien. „City of Light“ – ein Song des neuen Albums „Every child a daughter, every moon a son“, das Mitte Oktober in Europa erscheint – ist hingegen eher ruhig und sentimental, überlagert von der kräftigen, aber durchaus warmen Stimme des Sängers Gavin Gardiner.

Während der Zugaben kommen die Musiker dem Publikum noch näher und spielen vor der Bühne inmitten ihrer Fans – der gesamte Auftritt ist eher ein fröhliches Miteinander als eine Bühnenperformance hoch über dem Publikum. Ein gelungener Abend.

Von Noreen Hirschfeld

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