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00:18 14.02.2018
Die Berliner Stadtmusikanten Wolf, Katze, Spatz und Kuh sind Millionäre geworden. Quelle: Claus Becker
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Göttingen

Im ausverkauften Alten Rathaus dreht sich in der Vorstellung des Theaters Zitadelle alles um den sagenhaften Blauen Diamanten. 41 Millionen ist er wert, die vier Tiere im Altenheim sollen ihn haben. Die beiden Pfleger Fridolin und Gisela sind allerdings genauso scharf darauf wie der Fuchs. Der sucht einen sicheren Plan, um an den Klunker zu kommen. Dabei soll ihm ein alter Ganove, Don, der Hund, helfen. Der eigentlich gutherzige Don spielt ungern mit, aber er schuldet dem Fuchs noch einen Gefallen.

Es ist bereits die dritte Geschichte, die das Team vom Theater Zitadelle rund um die Berliner Stadtmusikanten inszeniert hat – eine äußerst spritzige Komödie. Wolf, Katze, Spatz und Kuh haben in ihrem Altersheim ein feines Leben. Den Diamanten haben sie dem rechtmäßigen Besitzer längst zurückgegeben und immerhin vier Millionen Euro Finderlohn kassiert. In ihrem Domizil gibt es jetzt einen Masseur, sie haben Schafe, die für sie kochen und sich um den Garten kümmern. Die Kuh ist im Internet unterwegs, kauft ein und versorgt vor allem sich aber auch die anderen mit ein bisschen Luxus. Der Spatz spekuliert an der Börse. Die alte Katze ist leicht dement, aber immer noch scharfzüngig und der Wolf zeigt sich auf seine alten Tage zufrieden und nachdenklich.

Der Don lässt ein kleines Katzenkind bei den Altenheimbewohnern einschleusen. Und gerade als die vier so richtig glücklich sind mit ihrem neuen kleinen Mitbewohner, wird das Katzenkind entführt, um die Herausgabe des Diamanten zu erpressen. Als der Hund aber bemerkt, dass der Fuchs falsch spielt, bringt er das Katzenkind zurück und zieht bei Wolf, Katze, Spatz und Kuh ein.

Herrliche Puppen hat Mechthild Nienhaber für die Berliner Stadtmusikanten entworfen. Große Handpuppen beeindrucken mit ausdrucksvollen Minen das Publikum, die Spuren ihres schon langen Lebens zeigen sie deutlich. Die alte Katze etwa ist herrlich ramponiert, das Fell löcherig, ein bisschen abgeschabt.

Leben und erstaunliche Energie hauchen diesen Puppen Regina Wagner und Daniel Wagner ein. Beide sind Absolventen der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ und fantastische Spieler und Komödianten. Sie erzählen mit viel Wortwitz, fallen manchmal effektvoll aus ihrer Rolle als Puppenspieler, etwa wenn die Katze „von Mächten im Hintergrund, die uns bestimmen“ spricht, der Hund darauf verweist, dass der Wolf ja dieselbe Synchronstimme hat oder die Katze laut schreit, „Sag mal, liest du den Text vom Blatt ab? Sag mal, gehts noch!“

Die Berliner schrecken auch nicht vor Kalauern und derben Witzen zurück. Sie beweisen aber ein feines Gespür für das richtige Maß und bewahren das Stück souverän vor dem Abgleiten in die Klamotte. So ist dieser Abend vor allem ein wirklich großer Spaß und ein äußerst gelungener Start in die Figurentheatertage.

Von Christiane Böhm

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