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17:14 14.01.2019
Merle Smalla Quelle: Peter Krüger-Lenz
Northeim

Seit Oktober ist Merle Smalla Praktikantin im Theater der Nacht in Northeim. Fast jede Woche hat sie dort ein Bild gemalt, das zeigt, was sie beschäftigte. Ab Donnerstag, 17. Januar, stellt sie Werke aus.

Smalla hockt auf einem Tisch in der Theaterwerkstatt. Vor ihr liegt ein Bild, an dem sie gerade arbeitet. Ein blauer Kopf ist darauf zu sehen. Um sie herum in zwei Räumen verteilt stehen weitere Werke. Alle zeigen Hinweise auf Produktionen des Theaters der Nacht wie der „Winterkönig“, der „Vogelkopp“, „Händels Hamster“ und die“ Lumpenprinzessin“. „Ich habe alles aufgenommen, was in diesem Theater gespielt wurde.“

Wie einem ihrer Bilder entsprungen

Aber auch eigenes Erleben hat sie hier verarbeitet. Die Waffeln beispielsweise, die sie gebacken hat, wenn sie für das Café zuständig war. Denn auch das gehört zu den Aufgaben einer Praktikantin. Doch die 21-Jährige sagt: „Hier zu arbeiten, ist für mehr Freizeitgestaltung.“

Auf gestrickten Strümpfen geht die junge Frau von Bild zu Bild und spricht über das Abgebildete. Mit ihren Rasta-Locken und der märchenhaften Allerleirauh-Kleidung – ihr Alltagsoutfit, wie sie bestätigt – sieht sie aus wie einem ihrer Bilder entsprungen.

„Erschlagen von der Verwunschenheit

Bis Ende Januar bleibt Smalla noch in Northeim, dann geht sie zurück nach Hannover. Dort studiert sie Szenographie, Kostümdesign und experimentelle Gestaltung, ein Studiengang, den es dort erst seit 2016 gibt. Das fünfte Semester ist als Praxissemester vorgesehen. Einige Wochen hätten ihr noch gefehlt, erklärt Smalla. Auf eine Empfehlung hin habe sie sich das Theater der Nacht angesehen und sei „total erschlagen von der Verwunschenheit“ gewesen. Smalla: „Ich wollte unbedingt da hin.“ Doch dann die Enttäuschung: „Alle Praktikumsplätze belegt“ habe ein Anruf ergeben. Einen Tag später dann doch die gute Nachricht. Smalla wurde aufgenommen in die Theaterfamilie. Für Bühnenaufbau, Licht und Technik sei sie mit anderen Praktikanten zuständig, und „wir spielen für die Allerkleinsten“.

Bis Mitte November habe sie in Göttingen gewohnt, „ziemlich teuer und nicht mein Wohnstil“, erklärt Smalla. Ruth Brockhausen, die mit ihrem Ehemann Beo Brockhausen das Theater leitet, habe vorgeschlagen, sie könne doch „einfach ins Theater ziehen“. Gesagt, getan.

Im gewundenen Treppenhaus

In Hannover ist Small geboren, in Oldenburg wuchs sie auf. Als kleines Kind habe sie schon viel gemalt und gezeichnet, berichtet sie. In der Schule sei diese Leidenschaft beispielsweise auch in ihren Matheheften zu sehen gewesen. „Der Kunstunterricht hat mich am meisten motiviert.“ Skizzenbücher habe sie immer dabei gehabt. „Ich habe immer alles rausgelassen, was in mir drin war.“

Die Ausstellung

Die Ausstellung „Noctarium“ mit den Bildern von Merle Smalla wird am Donnerstag, 17. Januar, im Theater der Nacht, Obere Straße 1 in Northeim, eröffnet. Die Vernissage beginnt um 17 Uhr. Anschließend sind die Werke bis zum Dienstag, 30. April, während der Öffnungszeiten des Cafés immer donnerstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei. pek

Kurz vor Ende ihres Praktikums wird sie nun also die Bilder ausstellen, „ein Dokument meiner Zeit im Theater der Nacht“. Im gewundenen Treppenhaus werden sie zu sehen sein. Ganz dicht werden die Besucher davor stehen. Smalla: „Es ist gut, wenn man quasi im Bild steht“. Gut ist das auch, weil sie in jedes Werk bewegliche Elemente integriert hat. Anfassen erlaubt.

Häuser für nachtaktive Tiere

„Nocturnarium“ hat sie ihre Ausstellung genannt, angelehnt an Noctarium, wie Häuser in Zoos für nachtaktive Tiere heißen. Sie finde den Klang des Namens schön, sagt Smalla, und sie könne sich mit dem Düsteren der Nacht identifizieren. Spannend finde sie auch die Figuren in dem Theater der Nacht, die Mystik besitzen.

Für später erhofft sie sich „ein Plätzchen im Theater der Nacht“ – als Spielerin, vielleicht, um den Saal anzumalen und schon fest eingeplant für Walk Acts. Sehr gerne möchte sie noch Figuren bauen und beim Entstehen einer Inszenierung dabei sein. „Ich hatte hier eine ganz besondere Zeit,“ sagt Smalla. Und: „Ich werde auf jeden Fall in irgendeiner Form wiederkommen, und das ist echt schön zu wissen.“

Von Peter Krüger-Lenz

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