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00:20 05.08.2018
Vielen Geheimnissen auf der Spur: James Sheppard (Jonas Salm) und Hercule Poirot (Nils Finck) mit dem Butler Parker (Johannes Uhlig). Quelle: Dirk Opitz
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Göttingen

Das Studentische Theater im OP (ThOP) hat für seinen Krimiabend Christies sechsten Kriminal-Roman gewählt – einen ihrer besten wie viele Kritiker finden und einen mit einem besonders unkonventionellen Ende. Der Roman, der 1926 erschien, war der erste, der für die Bühne adaptiert wurde. Die Stückfassung stammt von Michael Morton. Später hat Christie die Theaterfassungen meist selbst geschrieben.

Ende der 1920er-Jahre in England. Im kleinen Dörfchen Kings Abbot wird der Großindustrielle Roger Ackroyd ermordet. Der Zufall will es, dass der berühmte Detektiv Hercule Poirot hier in Kings Abbot seinen Ruhestand verlebt. Flora Ackroyd, die Nicht des Mordopfers, bittet ihn den Fall zu übernehmen. Ihr Verlobter Ralph Paton, Ackroyds Stiefsohn, ist für die Polizei der Hauptverdächtige. Poirot willigt ein.

Unterstützt wird er bei seinen Ermittlungen vom Dorfarzt James Sheppard, der in dem Stück auch als Erzähler fungiert. In vielen Gesprächen mit Ackroyds Verwandtschaft, dem Personal, guten Freunden und mit Unterstützung der örtlichen Polizei kommen die beiden diversen Geheimnissen auf die Spur und der Lösung näher.

Typisch-britisches Detektivstück

Cédric Frein und seine Assistenten Yasemin Dittmann, Yvette Rother haben „Alibi“ als das typisch-britische Detektivstück belassen, das Christie und Morton vorsahen. Die Ausstattung mit Sofa, Beistelltischchen und orientalischem Teppich ist zurückhaltend, aber ebenso klassisch. Das Regieteam verlässt sich ganz auf den Text der Christie. Allerdings liegt darin auch ein Problem. So berühmt die britische Krimiautorin auch ist, ihre Figurenzeichnung ist oft stereotyp, ihre Dialoge sind funktional und etwas steif. Dagegen anzuspielen ist nicht wirklich leicht.

Premiere im ThOP: Alibi von Agatha Christie Quelle: Dirk Opitz

Das Ensemble agiert zwar sicher, aber eben oft auch ein wenig hölzern. Nils Finck gibt mit wunderbarem französischen – Pardon, natürlich belgischen – Akzent einen überzeugenden, eitel-schlauen Poirot. Mit eigenen Akzenten füllen auch Tobias Wojcik als Sir Roger Ackroyd, Jonas Salm als Dr. James Sheppard, Johannes Uhlig als Butler John Parker und Rebecca Dülfer als Hausmädchen Ursula Bourne ihre Rollen.

Falsche Fährten, überraschendes Ende

Der Spaß am Rätselraten mit all den falschen Fährten steht bei Christie im Vordergrund und auch in der Inszenierung des ThOP. Wer sich auf diesen Spaß einlässt und Freude an diesem englisch-noblen-steifen Setting hat, erlebt einen vergnüglichen Abend. Und wer den Roman nicht kennt, sollte vor einem Besuch der Vorstellung auf keinen Fall das tatsächlich überraschende Ende recherchieren.

Das Premierenpublikum feierte die schweißtreibende Aufführung im sommerlich-aufgeheizten ThOP mit begeistertem Applaus.

Nächste Vorstellungen

Am 3., 4., 7., 8., 10. , 11., 13. und 14. August jeweils um 20.15 Uhr im Theater im OP. Käte-Hamburger Weg 3. Karten unter den Telefonnummern 0551 / 39 70 77 (Kartentelefon mit AB) oder 0551 /39 2 21 77 (ThOP-Büro) oder per Mail unter theaterkarten@gmail.com. Das Kulturticket wird akzeptiert, Gruppenermäßigungen sind möglich.

Von Christiane Böhm

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