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Regional Thomas Mühlhaus und „All men work“ rocken den Euzenberg
Nachrichten Kultur Regional Thomas Mühlhaus und „All men work“ rocken den Euzenberg
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00:26 11.04.2018
Eine lange, rockige Musiknacht: Thomas Mühlhaus mit Schlagzeuger Uwe Pohl von „All men work" im Kulturwerk Euzenberg. Quelle: Mischke
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Duderstadt

Der Obernfelder Musiker Thomas Mühlhaus und die Duderstädter Band „All men work“ haben am Sonnabend im Kulturwerk Euzenberg ein gemeinsames Rockkonzert gegeben. Knapp 200 Besucher wollten sich dieses spezielle Event nicht entgehen lassen und erlebten einen Abend, der überwiegend von bekannten Coversongs geprägt war.

„Feuer frei“ ruft Mühlhaus dem Publikum zu und beginnt mit einer entspannten Version von „It’s my life“ von Bon Jovi. Das wohl unvermeidliche „Heart of gold“ von Neil Young folgt und Mühlhaus erweist sich neben seinem sauberen Gitarrenspiel auf der Akustischen als veritabler Mundharmonikaspieler. Alan Jacksons „Every now and then“, eine wunderschöne Country-Ballade, gerät eine Spur zu tief, aber Mühlhaus bringt den Titel dennoch sauber über die Rampe.

Muffiger Bühnennebel

Das Publikum ist sehr mit sich selbst beschäftigt. In Grüppchen diskutiert man lautstark über Fußball, den Nachwuchs und das Wetter – immer gegen die Musik an. Die quirlige Line-Dance-Gruppe Gerblingerode hat den Bistrotisch vor der Bühne erobert und wiegt sich zu „Nights in white satin“ hin und her. Der Bühnennebel riecht etwas muffig, was auch Mühlhaus kommentiert, und ist für die Show absolut entbehrlich. Die „Eagles“ werden von Mühlhaus im Verlauf des Abends mehrfach zitiert. Sein „Desperado“ präsentiert sich als raue und gänzlich entschnulzte Version, die dennoch unter die Haut geht. Als Gegengewicht gibt’s im Anschluss „Leaving on a jetplane“ von John Denver, die Schnulze schlechthin.

350 Titel „auf Tasche“

Zu „Paint it black“ steigt Schlagzeuger Uwe Pohl ein, um den Rest von Mühlhaus‘ erstem Set zu bestreiten. Bemerkenswert sind das Repertoire und die musikalische Bandbreite des Obernfelder Musikers. Rund 350 Titel hat er „auf Tasche“, die sich die Besucher nach einer ausgehängten Liste wünschen können. Macht aber keiner und so spielt Mühlhaus, was er für gut und richtig hält. Das funktioniert mal mehr, mal weniger. „The letter“ von den „Boxtops“ bricht den Tanzbann und die Line-Dance-Damen sind nicht mehr zu halten. Sein Metallica-Cover von „Nothing else matters“ gehört zu den absoluten Positiv-Beispielen, aber Springsteens einfühlsames „Streets of Philadelphia“ als eine Art Kirmesfestzelt-Nummer zu spielen, ist keine wirklich gute Idee.

Feine Soli und groovender Bass

Nach zwei Stunden Spielzeit überlässt Mühlhaus den vier Musikern von „All men work“ die Bühne. Die Musiker legen los – so sehr, dass der Tonmann gefordert wird. Dieser macht in der kahlen Industriehalle einen spitzenmäßigen Job . Mit Tom Pettys „I won’t back down“ gibt das Quartett gleich eine eindrucksvolle Visitenkarte ab. Mit zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug klassisch besetzt, spielen die Duderstädter auch eigene Stücke, die sich hinter den etablierten Gassenhauern keinesfalls verstecken müssen. Der mehrstimmige Gesang, die feinen Gitarrensoli von Manfred Pohl, die geschmeidige Rhythmusgitarre von Martin Wihgrab, Alfons Rosenthals groovende Bassläufe und der dynamische Drumteppich von Uwe Pohl machen Lust auf mehr – nicht nur für heute.

Von Christoph Mischke

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