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Thomas Schiela präsentiert seine Malerei in der Galerie Ahlers

Alles ist Licht Thomas Schiela präsentiert seine Malerei in der Galerie Ahlers

Zwei Felsen ragen aus dem aufschäumenden Wasser des Rheinfalls. Violett schimmern die Oberflächen des Kalks aus der Jura. Um die beiden bekannten Monolithe bei Schaffhausen, von denen der eine eine Aussichtsplattform trägt, schäumt, wirbelt und spritzt Europas wasserreichster Wasserfall.

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Aquarell auf Leinwand: Thomas Schiela zeigt seine beeindruckenden Werke bei Ahlers.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Er lässt seine Massen über Steine und Moss zischen, Gischt aufbrodeln und Wassertröpfen zerspringen. Das kühle Schauspiel ist ringsum von den dunkel bewaldeten Hängen des Rheinufers umgeben, weiter hinten zieht sich der Strom ruhiger durch die Landschaft. Bei schönem Wetter spiegeln sich die Töne von Grün und Blau zwischen Fluss und Himmel, Wald und Gischt.

Als Thomas Schiela den Rheinfall besuchte, war schönes Wetter. Der 1966 in Duisburg geborene Xantener Künstler, dessen Arbeiten die Galerie Ahlers nun zum vierten Mal zeigt, hat in seiner neuen Ausstellung „Augenblick und Ewigkeit“ ein sehr großes Bild vom Rheinfall mit dabei, 1,20 mal 1,80 Meter.

Und obschon man auf dem Gemälde den Ort sofort wiedererkennt, verliert man sich beim Näherkommen in ganz anderen Ansichten. Das liegt vor allem an der ungewöhnlichen Arbeitsweise des Künstlers.

Schiela arbeitet nach projizierten digitalen  Fotografien mit Aquarellfarbe auf grundierter Leinwand. Die wässrigen Farben legen nur eine dünne Schicht, die farbige Transparenz ausstrahlt, auf den Bildgrund. Lichte Helligkeit und sachtes Leuchten gehen so von den Bildern aus.

Erscheinungsfarbe der Gegenstände

Allein die Erscheinungsfarbe der Gegenstände wird dargestellt, ihre Lokalfarbe spielt im Detail keine Rolle mehr. Alles ist Licht. Und das Strich um Strich, „tache“ um „tache“, wie Rilke es in seinen Briefen über Cézanne nennt.

Es entstehen sehr kleinteilige, fein ausgearbeitete Bildpassagen, ihre subtil gewählte Farbigkeit setzt sich zu hyperreal wirkenden Bildern von übersteigerter Mimesis zusammen.

So braust türkis neben hellblau, violett an okker, Pinselstriche überlagern sich und scheinen zugleich durch, so dass im Übereinander und Nebeneinander eine malerische Stofflichkeit und Fülle entsteht, Helligkeit und Dichte variieren. Kontraste geben die Tiefe.

Obschon die Technik Schielas zunächst nur wie eine längst verworfene und nun interessant angewendete Malweise wirken könnte, ergibt sich daraus wider Erwarten eine Malerei, deren abbildhafte Oberfläche zugunsten von Farbe und Licht, Ornament und Abstraktion, Gestaltung und Auflösung in den Hintergrund tritt.

Von Tina Lüers

Die Ausstellung wird am Sonnabend, 15. Februar, um 15 Uhr in der Galerie Ahlers in Göttingen, Düstere Straße 21, mit einer Einführung von Karl Russmeyer eröffnet.

Sie ist bis zum Sonnabend, 15. März, dienstags bis freitags von 10 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr sowie sonnabends von 11 bis 13 Uhr geöffnet.

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