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Regional Thomas Schiela zeigt „Wasser und Wiesen“
Nachrichten Kultur Regional Thomas Schiela zeigt „Wasser und Wiesen“
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18:58 28.11.2010
Inmitten seiner aquarellierten Wasserszenen: der Xantener Maler Thomas Schiela. Quelle: Theodoro da Silva

Auch das Plastik der roten und blauen Hocker glänzt in ihrem Schein. Die weißlichen Palisadenwände werfen die Helligkeit der Neonröhren zurück und überstrahlen die heiße, harte Arbeit. Voll besetzt ist die Reihe einfacher Restaurants am Straßenrand, Frauen, Mädchen in weißen Blusen sitzen und essen.

Das Aquarell „Bangkok Street Kitchen“ ist Teil der Ausstellung „Wasser und Wiese“ von Thomas Schiela. Sie ist derzeit in der Galerie Ahlers zu sehen. Mit 1,75 mal 1,85 Metern ist das Bild für ein Aquarell außergewöhnlich groß, zudem ist der Untergrund außerordentlich, eine Leinwand. Mit einer speziellen Grundierung gelingt es dem Xantener Maler, die wasserlöslichen Farben leicht und schwebend wirken zu lassen. seine Arbeitsweise ist dabei so kleinteilig, in feinsten Strichen arbeitend, als sei der Grund ein kleines Skizzenpapier. Schiela malt nach Fotografien, die er auf Reisen nach Thailand oder Marrakesch, am Baggersee oder bei Festivals aufgenommen hat. Was zählt, sind die Farben, die Komposition, die Linien, die die Straße, das essende Publikum und die Garküchen unmerklich gliedern. Von Ferne wirken die Szenen fotorealistisch, aus der Nähe betrachtet sind sie Malerei, Strich um Strich, sie zeigen die formale Gleichbehandlung aller Oberflächen. Das Motiv ist sekundär, einigen Bildern ist das anzumerken, auch die Behandlung des Nachthimmels funktioniert nicht in jedem Fall sofort. Gegensätze von hellen und dunklen Passagen jedoch, scharf konturierten und verschwimmenden Details geben den Werken Spannung, verweisen auf klassische Nachtstücke oder auf die Maler, die vor allem das Licht im Sinn hatten. Das Licht und seine Wirkung auf die Farbe.

Neben den Abendschauplätzen sind vor allem Wasserszenen mit mehreren spritzenden, spielenden Menschen augenfällig, es spiegelt sich das Licht in herabschießenden Tropfen, zerteilt sich tausendfach in glitzernde winzige Farbinseln, fließt in perlendem Gefunkel um die Körper der Abgebildeten. Vielleicht kommt in diesen Bildern die Form dem Gegenstand am nächsten, es treffen sich Licht-, Farb- und Wasserwelten – inhaltlich und strukturell. Naheliegend ist daher womöglich Thomas Schielas Schritt, die Malerei auf Kacheln, auf Fliesen zu probieren. Mit den Farben, die in diesem Fall gebrannt werden müssen und daher zuvor ganz anders aussehen, hat er breite, eher dekorative Friese von Leuchtkraft gestaltet. Abwaschbar.
Bis zum 8. Januar in der Galerie Ahlers in Göttingen, Düstere Straße 21, montags bis freitags von 10 bis 13 und 15 bis 18 Uhr sowie sonnabends von 10 bis 13 Uhr zu sehen.

Von Tina Lüers

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