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Regional „Tigermilch“ im Deutschen Theater Göttingen
Nachrichten Kultur Regional „Tigermilch“ im Deutschen Theater Göttingen
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17:28 04.10.2015
Nany Pönitz (l.) und Felicitas Madl. Quelle: Müller
Göttingen

Nur eine große flache Kuppel befindet sich im Bühnenraum. Mehr braucht die Inszenierung nicht.

Bereits während des Einlasses sitzt Schauspielerin Nancy Pönitz in der Rolle der Nini genervt dreinblickend auf der Bühne. Musik dröhnt aus den Lautsprechern. Dann geht das Licht aus. „Scheiße“, schreit Nini wütend.

Tigermilch“ erzählt die Geschichte der 14-jährigen Freundinnen Nini und Jameelah, dargestellt von Felicitas Madl, von einem Sommer voller Spaß, Angst, Liebe und Lust. Aufgewachsen in einem Berliner Wohnblock mit Migranten unterschiedlichster Nationen, sehen sich die Jugendlichen, die sich selbst schon für erwachsen halten, mit dem Ernst des Lebens konfrontiert. Jameelah droht, in den Irak abgeschoben zu werden, und in der Nachbarschaft geschieht ein Mord.

Das Stück lebt von dem Schlagabtausch zwischen den Freundinnen. Sie sind betrunken, verliebt, naiv, panisch und reden, wie ihnen der Sinn gerade steht. Wortspielereien, Jugendsprache, Kraftausdrücke: Das Textpensum ist enorm. Unterstützung erhalten Pönitz und Madl gelegentlich von Emre Aksizoglu, der als Nico den Freundinnen Gesellschaft leistet.

Alle drei stellen ihre Charaktere absolut authentisch dar. Wilde Tanzeilagen im Stroboskoplicht lockern die angespannte Situation am Kiez auf, die Gefühle fahren Achterbahn. Immer wieder lacht das Publikum herzlich über die teils einfache Weltsicht der Figuren. Und die geben wiederum Kontra: „Was lacht ihr so blöd?“, gibt Nini da schon mal zurück. 

Die Harmonie zwischen den Schauspielern untereinander, aber auch zum Publikum passt vollkommen. Jakob Weiss ist mit dem so aktuellen Stoff eine stimmige Inszenierung geglückt.

Weitere Vorstellungen: am 11. Oktober um 18 Uhr sowie am 22. und 29. Oktober sowie am 4. November um 20 Uhr im Studio des Deutschen Theaters, Theaterplatz 11. Kartentelefon: 05 51 / 49 69 11.

Von Tina Evers

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