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Regional Die Musik einer Generation
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00:15 17.01.2017
Von Peter Krüger-Lenz
Quelle: Lenz
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Göttingen

Viele der heute 60-Jährigen haben ihre musikalische Sozialisation mit dem erlebt, was Regisseur Sosinka und der musikalische Leiter Fred Kerkmann zusammengetragen haben. „Wir haben unsere CDs durchforstet und die Lieblingslieder herausgesucht“, hatten beide im Vorfeld erklärt. Damit allerdings war es längst nicht getan. Mindestens elf Setlisten haben sie zusammengestellt, bis der Ablauf des Abends stand. Das Repertoire umfasst nun Lieder von politischen Liedermachern wie Konstantin Wecker, von Spaßrockern wie Marius Müller-Westernhagen, seichteres Musikmaterial der Neuen Deutschen Welle, krachenden Punk, ein bisschen Schlager, eine eher lässliche Modern-Talking-Parodie und noch einiges mehr – präsentiert mit ganz viel Hingabe.

Termine

Die nächsten Vorstellungen: 20. und 28. Januar, 4. Februar und 3. März um 20 Uhr sowie am 18. Februar um 21 Uhr im Jungen Theater, Hospitalstraße 6. Kartentelefon: 0551/495015.

 Es ist die dritte Musikproduktion der vergangenen drei Jahre im JT. Es sei zu hören, dass das Ensemble viel dazu gelernt habe, sagte Intendant Nico Dietrich nach der Premiere. Recht hat er. Linda Elsner, Peter Christoph Scholz, Karsten Zinser und Jan Reinartz lassen es wirklich krachen, deutlich dynamischer als in den vergangenen Jahren. Und sie haben eine stimmstarke Verstärkung bekommen: Franziska Lather hebt das Niveau mit ihrer prächtigen Stimme noch einmal deutlich. Dass das Ensemble Spaß an diesem Spaß hat, ist nicht zu übersehen. Zwischen den Liedern umarme sie sich und klatschen sich ab. Das mag Regisseur Sosinka so vorgegeben haben, aber es scheint auch von Herzen zu kommen. Sosinka ist es gelungen, vielleicht nicht unbedingt Charaktere, aber immerhin unterschiedliche Figuren zu einem Ganzen zu verknüpfen. Eine Geschichte, wie im Vorfeld der Premiere noch angekündigt, ist diesmal nicht dabei herausgekommen. Es war die Rede von einer Wohngemeinschaft, in der sich das Geschehen abspielt. Davon geblieben sind Kisten und Sperrmüllmöbel, die den Akteuren hier und da als Requisiten dienen (Kostüme und Ausstattung: Hannah Landes). Die musikalische Dramaturgie haben Kerkmann und Sosinka tragfähig zusammengestellt. Sie haben Phasen der Nachdenklichkeit flüssig kombiniert mit Radau und Krawall. Dass das alles so funktioniert, liegt nicht zuletzt an den Musikern um den Gitarristen und den Pianisten Steffen Ramswig, der viel mit den Schauspielern geprobt hat. Das Quartett ist auf der Bühne eine veritable Band, die alle musikalischen Facetten dieses Abends locker bringt. Das Publikum feierte diesen spaßigen Abend ausgiebig und ausgelassen. Man muss kein Prophet sein, um dieser Produktion eine furiose Laufzeit zu prognostizieren.

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