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Regional Tolle, Talent und Temperament
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19:36 07.12.2009
Meister der Bandwurmsätze: der Musikentertainer Götz Alsmann. Quelle: Heller
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Die Worte prasseln in einem Tempo auf einen nieder, dass man kaum hinterher denken kann und seine bekannt exotischen Wortgebilde machen es einem dabei nicht einfacher: „Engel oder Teufel“ heißen Bühnenprogramm und Album, mit denen er und die vierköpfige „Götz Alsmann Band“ zurzeit bundesweit durchs Land touren. Er nennt seine Musik „Jazz-Schlager“ oder „Exotic Cha-Cha“ und füllt eine Nische in der deutschen Musiklandschaft, die wohl niemand anders füllen könnte als er selbst.

„Heute Abend wird es um die Frage gehen: Bin ich ein Mann mit mephistophelischem Dauergrinsen oder eher ein flügelschlagender italienischer Putto? – Ich weiß es selber nicht.“ Alsmann ist auf der Bühne wie man ihn aus dem Fernsehen kennt. Ob bei der Sendung „Eine große Nachtmusik“ im ZDF oder der Kultsendung „Zimmer frei“ im WDR, er ist bekannt für seine Haartolle, sein musikalisches Talent und sein ausgelassenes Temperament. Gerade noch am Mikro stehend, springt er im selben Augenblick auch schon auf seinen Hocker vor dem großen schwarzen Konzertflügel, und das nächste Lied beginnt. Auf der einen Seite vergnügt und immer den Schalk im Nacken, auf der anderen Seite binnen Sekunden versunken in gefühlvollen Klavierläufen des Jazz. Neben ihm erhält vor allem Altfrid M. Sicking (Vibraphone, Xylophon, Trompete) durch seine Soli immer wieder Zwischenapplaus vom Publikum.

„Ochtrupper Nachtgigall“

Gespielt wird neben einem Geburtstagsständchen für den Bassisten Michael Müller und einem Lied über die Frau vom Nikolaus alles, was auf dem Album zu finden ist: Vom Lied „Ich sing’ für Gertrud“, in dem so ziemlich jeder Frauenname von Dorette bis Alberta besungen wird, bis hin zu von vier Pistolenschüssen eingeleiteten „Geisterreitern“, eine Coverversion des Wildwestklassikers „Ghostriders In The Sky“ („Yippieh yah yeh“).

Beim Lied „Sing Nachtigall Sing!“ kommt das Lieblingsinstrument von Markus Paßlick (Percussion) zum Einsatz: eine Vogelpfeife, die er anschließend als „Ochtruper Nachtigall“ vorstellt und dabei zeigt, dass er dem großen Götz in Sachen Schalk in nichts nachsteht. In münsterländischer Gelassenheit erzählt er, wie er auf seinen weiten Reisen durch das Internet zum Instrumentensammler geworden ist. Seine ornithologisch einwandfreie Darstellung der Vogelfängerarie aus Mozarts „Zauberflöte“ begeistert das inzwischen dauerlachende Publikum. Ob Götz Alsmann nun Engel oder Teufel ist, konnte bis zum Ende des Konzerts nicht abschließend geklärt werden. Das begeistere Publikum würde sich aber sicher auf eines einigen: ein insgesamt höllisch guter Abend bei himmlisch unbeschwerter Musik.

Von Indra Hesse

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