Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional „Tom Waits For Christmas“ im Deutschen Theater Göttingen
Nachrichten Kultur Regional „Tom Waits For Christmas“ im Deutschen Theater Göttingen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:34 27.12.2013
Von Peter Krüger-Lenz
Schlappe Weihnacht: Peter Füllgrabe alias Frank Martin Crooner. Quelle: Karnofka
Göttingen

Sie lassen in einem einstündigen szenischen Konzert auf der DT-Kellerbühne Tom auf Weihnachten warten und präsentieren dazu nicht nur, aber auch Lieder von Tom Waits.

Am Mikrophon vertritt Füllgrabe den Großmeister Waits und nennt sich dabei Frank Martin Crooner – nicht nur ein Künstlername, sondern ein künstlerisches Statement. Frank und Martin hat Füllgrabe bei Sinatra und Dean Martin entliehen, und Crooner bezeichnet den Vertreter einer Gesangstechnik aus den 20er Jahren.

Die Einführung des Mikrophons brachte diesen Typus hervor, der nicht Bühnenräume allein mit seiner Stimme füllen muss, sondern den Gesang mit unangestrengtem, eher beiläufigem Ton kultiviert, gerne auch mit Whisky-Knarz in der Stimme. Das mag auch Füllgrabe.

Als Rahmen hat sich das Trio einen Text der Hamburger Autorin Tina Uebel gesucht. Sie schreibt darin von einem Mann, der offenbar schon längere Zeit alleine lebt, von den Tauben in der Nähe seiner Wohnungsfenster so genervt ist, dass er anfängt, sie zu schießen – und der auf Mona wartet.

Versiertes Crooning

Auf der DT-Kellerbühne wird aus Mona Matilda, denn der Klassiker „Waltzing Matilda“, das inoffizielle Nationallied der Australier, das Tom Waits brillant interpretierte, soll eines der Glanzlichter des Abends sein.

Füllgrabe liest die Weihnachtsgeschichte mit ihrem Grauschleier in Etappen zwischen den Liedern. Ein wenig haben die drei die musikalische Lesung inszeniert. Zwei Illustrierten liegen auf dem Tisch, Mona/Matilda las sie immer. Und irgendwann reicht Kaul Füllgrabe auch einen kleinen Weihnachtsbaum.

Das alles klingt nach einem recht einfachen Konzept – und dem folgt der Abend auch. Füllgrabe betreibt versiertes Crooning, ist dabei manchmal erstaunlich dicht an Tom Waits, das tut den Liedern gut, besser, als wenn er singt wie Louis Armstrong. Kaul ist ein feiner Pianist, der den Jazz fühlt, und Denecke ein souveräner und verlässlicher Basspartner. Das alles garantiert einen sehr angenehm entspannten Abend mit schöner Musik und einer untehaltsamen Geschichte.

„Tom Waits For Christmas“ steht noch einmal auf dem Spielplan des Deutschen Theaters, Theaterplatz 11. Der Abend am Montag, 23. Dezember, beginnt um 20 Uhr. Kartentelefon: 05 51 / 49 69  11.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!