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Trio Wanderer Paris im Aulakonzert

Göttinger Kammermusikgesellschaft Trio Wanderer Paris im Aulakonzert

Was für eine Virtuosität! Mit Mendelssohns d-Moll-Trio eröffnete das „Trio Wanderer Paris“ am Sonntag das Aulakonzert der Göttinger Kammermusikgesellschaft – und schon die Läufe im Kopfsatz sausten in rekordverdächtigem Tempo dahin, ohne dass Pianist Vincent Coq je die notwendige Präzision vermissen ließ. Seine Streicherkollegen, der Geiger Jean-Marc Phillips-Varjabédian und der Cellist Raphaël Pidoux, standen ihm nicht nach und machten aus dem Scherzo einen bezaubernden, rasant-zarten Elfenspuk. Über die Freiheit, mit der sie das Tempo im lyrisch singenden langsamen Satz nahmen, mag man unterschiedlich urteilen. Einig aber dürften sich alle Hörer gewesen sein, eine meisterhafte Interpretation erlebt zu haben.

Und die hohen Erwartungen, die dieser verheißungsvolle Anfang geweckt hatte, konnten die Musiker im weiteren Verlauf des Abends stets erfüllen. Die ungewöhnlichen Klangfarben, die der 1974 geborene französische Komponist Bruno Mantovani in seinen „Huit Moments Musicaux“ einsetzt, waren beim „Trio Wanderer“ in den allerbesten Händen (auch wenn der vom Komponisten beschworene innere Bezug zu Schubert nicht ganz deutlich wurde).

Lodernde Leidenschaft

Der wunderbar spätromantisch schwelgende Ton, den der junge Dmitri Schostakowitsch in seinem frühen C-Dur-Trio anstimmt, konnte sich blühend entfalten. Und die Leidenschaft, die Smetana in seinem g-Moll-Trio lodern lässt, wurde beim „Wanderer Trio“ geradezu körperlich nachvollziehbar.

Die Begeisterung des Publikums war kaum zu bremsen. Zum Dank gab es zunächst das ungarische Rondofinale aus Haydns G-Dur-Trio in einer Höchstgeschwindigkeitsversion – und dann den langsamen Satz aus Mendelssohns zweitem Trio als letzten Gutenacht-Gruß.

Von Michael Schäfer

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