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Auf weißen Flügeln

Tschaikowskys Schwanensee Auf weißen Flügeln

Das russische Nationalballett hat die klassische Choreographie „Schwanensee“ aufgeführt. Zur Musik von Pjotr Tschaikowsky begeisterte das Ensemble das Publikum in der zur Hälfte gefüllten Stadthalle mit einer temporeichen Darbietung mit Olha Doronina als Odette und Sergey Smirnov als Prinz Siegfried.

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Göttingen. Die Geschichte ist wohlbekannt: Der Prinz verliebt sich in die in einen Schwan verzauberte Prinzessin Odette, die sich nur für wenige nächtliche Stunden in ihrer menschlichen Gestalt zurückverwandelte. Nur der Treueschwur eines Mannes kann diesen Fluch brechen, und so schwört Siegfried. Als zum Ball am Hof Odile, die Tochter des Zauberers als Odette verkleidet erscheint glaubt er, vor ihr seinen Schwur zu wiederholen, bricht aber durch die Täuschung sein erstes Versprechen und muss mit dem Zauberer um seine Geliebte kämpfen.

Die Moskauer Kompanie setzt die Choreografie nach Marius Petipa und Lew Iwanov, die 1895 am Mariinski-Theater in Sankt-Petersburg erstmals gezeigt wurde, technisch perfekt und ausdrucksvoll um. Zwischen den zahlreichen Soli sticht Doronina heraus, die sowohl die Odette als auch die Odile tanzt und beiden Rollen eine unverwechselbare Persönlichkeit verleiht. Im Zusammenspiel mit Sergei Skvortsov als bösem Zauberer macht sie die Verschlagenheit und Boshaftigkeit ihrer Figur sichtbar.

Die verliebte Spannung ihrer Charaktere machen Doronina und Smirnov von ihrer ersten Begegnung an spürbar. Unterstützt wird die Atmosphäre von den präzise eingesetzten Lichteffekten, die die Liebenden in geheimnisvoll-blaues Licht tauchen und die fedrigen Tutus der weißen Schwäne in Szene setzen. Der Auftritt des Zauberers beim Spinnen seiner Intrige wird mit blutrotem Licht angekündigt, und Blitze zucken über die Bühne, als es zum Kampf um Leben und Tod kommt.

Die über lange Zeit melancholischen Szenen werden vor allem durch die Späße des Hofnarren, getanzt von Sergei Fedorkov, aufgelockert. Ironisch-sentimental mimt er den Geigenspieler und zeigt beim Abgang von der Bühne sogar einen einwandfreien „Moon-Walk“. Das Publikum würdigte die herausragende Leistung des Corps de Ballett mit lang anhaltendem Applaus.

Von Jana Probst

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