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Regional Tusche-Zeichnungen von Miriam Hilker in Göttingen
Nachrichten Kultur Regional Tusche-Zeichnungen von Miriam Hilker in Göttingen
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00:28 24.05.2015
Von Peter Krüger-Lenz
Herrscherin des feinsten Strichs: Miriam Hilker. Quelle: Heller
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Göttingen

Es ist die dritte Schau einer kleinen Reihe mit Künstlern der sogenannten „Offenbacher Schule“.

 

„Zwischen zwei Luftlinien“ – so hat Hilker einige ihrer Zeichnungen genannt, ein Titel, der programmatisch auch über der Ausstellung stehen könnte. Denn Hilker entwickelt ihre Motive aus dicht an dicht gesetzten feinsten Linien und der Luft, die sie zwischen ihnen stehen lässt. Sie zeigt Brückensegmente, Orte in polnischen Städten, Architektur in Berlin, eine Trinkhalle im Riesengebirge, Reiseziele in Frankreich, Bergwelten und winzige Menschen in einer Landschaft so riesig wie das Universum. Hier und da verblassen die Motive, verschwinden wie im Nebel. Die Bilder seien entstanden aus Erinnerungen an Erzählungen anderer, an Fotografien oder Abbildungen, erläutert Hilker. Es sind Bilder, wie sie jeder in seinem Kopf konserviert hat, mal konkreter, dann wieder nur schemenhaft. So funktionieren Erinnerung und Vorstellungsvermögen.

 
In einer weiteren Werkgruppe fügt Hilker Rechtecke von einer Größe aneinander, wie sie in karierten Schulheften zu finden sind. Sie verschiebt dabei die Begrenzungslinien der Vierecke, die Rechteckfelder geraten ins Fließen oder Schlingern. Sie scheinen sich nach vorn und nach hinten zu wölben. Getäuschte Augen. Wasserflächen sehen so aus oder auch Wolkenbilder am Himmel. Für Hilker sind sie „gemalte Zeit“. Auch das passt.

 
36 Bilder sind in der Ausstellung versammelt, alle zeugen von der großen Konzentration und Disziplin, mit der Hilker ihre Bilder angeht. Vermutlich hat der Arbeitsprozess auch viel Meditatives. Und das Anschauen macht zudem noch Spaß.
Bis Freitag, 12. Juni, montags bis freitags von 15 bis 18 Uhr, sonntags von 11 bis 13 Uhr in der Galerie Art Supplement, Burgstraße 37a.

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