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Udo Timmermann zeigt seine Kunst in der Göttinger Torhaus-Galerie

Suche nach der Freiheit Udo Timmermann zeigt seine Kunst in der Göttinger Torhaus-Galerie

„Achtung Bild“. In kräftigem Rot sind die beiden Wörter auf einen Briefumschlag gedruckt. Nachlässig wurde er einst aufgerissen, jetzt ist er Teil einer Collage des Künstlers Udo Timmermann.

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In Feierlaune: Udo Timmermann bei der Eröffnung seiner Ausstellung.

Quelle: Pförtner

Göttingen. „Achtung Bild“ hat der Diplom-Graphik-Designer, der seit 1982 als Medienberater beim Göttinger Tageblatt arbeitet, auch seine Ausstellung genannt, die jetzt in der Torhaus-Galerie, Kasseler Landstraße 1, eröffnet wurde.

Er habe den Briefumschlag in der Druckerei seines Vaters gefunden, erzählt Timmermann. Dann habe die Hülle Eingang gefunden in seinen großen Fundus von Alltagsmaterial, das unter Timmermanns Händen irgendwann zu Kunst werden soll.

Das ist nur eine von vielen Geschichten, die er zu den Radierungen, den Collagen, Assemblagen, Aquarellen und Zeichnungen wiedergeben kann. Denn anekdotisch funktioniert seine Kunst auf einer Ebene, auf einer anderen vor allem durch Präzision und Technik.

Timmermann ist 1956 in Dassel geboren. Seine Eltern, der Vater ein Buchdrucker, die Mutter Zeichenlehrerin, haben ihm das Talent in die Wiege gelegt, aber sein künstlerisches Wirken auch begrenzt. Timmermann ist kein Maler sondern ein Zeichner.

Er brauche die schwarze Linie, bekennt er, dort liegen seine Wurzeln. Wenn er aquarelliert, so coloriert er eher die Formen, die er vorher mit der Linie umrissen hat. Er schreibt viel und sehr graphisch Text in seine Bilder, er interpretiert und erklärt.

Einfach gemalt

Im Zentrum seiner Kunst steht Timmermann selbst. Das ist nicht ungewöhnlich, bei ihm  aber schon intensiv. Eine Lebens- und Schaffenskrise brachte die Werkgruppe „Egomania“ hervor, eine Ich-Zentrierung. Seine Motive findet er häufig auf Reisen, die ihn auch nach Fernost führten. Timmermann ist Hobbytaucher. Auch diese Beschäftigung findet Eingang in seine Bilderwelt.

Im Anschluss an die Vernissage machte Timmermann auf eine kleine, eher unscheinbare Reihe von Motiven aus Venedig aufmerksam. Warum? Damals habe er die größte Freiheit besessen, erklärt der Künstler.

Als junger Mann sei er durch die Stadt gelaufen, habe sich Motive gesucht und einfach gemalt – mit  einer Flasche Wein daneben. Vielleicht ist es ja diese Freiheit, der Timmermann noch immer nachspürt.

Bis 30. März freitags bis sonntags von 15 bis 17 Uhr in der Torhaus-Galerie am Stadtfriedhof, Kasseler Landstraße 1, in Göttingen.
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