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Überzeugend mit schlankem Klang

Weihnachtsoratorium Überzeugend mit schlankem Klang

Die diesjährige Aufführung des Bachschen Weihnachtsoratoriums ist eine Kooperation der Jacobi-Kantorei mit zwei sehr unterschiedlichen Orchestern. Am Donnerstag wurden die Kantaten 1 bis 3 mit dem Göttinger Symphonie Orchester gesungen, am heutigen Sonnabend und am vierten Adventssonntag musiziert das Göttinger Barockorchester mit dem Jacobi-Kammerchor die Kantaten 4 bis 6.

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Kooperation: Göttinger Symphonie Orchester und Jacobikantorei.

Quelle: Vetter

Für den erkrankten Dirigenten Christoph-Mathias Müller übernahm Kantor Stefan Kordes die Leitung auch der ersten drei Kantaten. Dessen Platz am Orgelpositiv und Cembalo wiederum nahm sein Kollege an St. Johannis, Bernd Eberhardt, ein. In einem Rezitativ sagt der Bass zum Chor der Engel, „dass es uns heut’ so schön gelinget“ – das ist auch von der Kantorei zu sagen, die ungeachtet ihrer Größe mit einem schlanken Chorklang überzeugte, engagiert sang und aufmerksam dem Dirigenten folgte, etwa als Kordes dem Choral „Brich an, o schönes Morgenlicht“ Verve verlieh. Zu Innigkeit fanden die Chorsänger bei „Wie soll ich dich empfangen“ zusammen.

Barocke Effekte

Souverän dazu die Begleitung durch das Orchester, von dem der Dirigent allerdings etwas mehr barocke Agogik einforderte, schon im Ein­gangs­chor und mehr noch in der Alt-Arie „Bereite dich Zion, mit zärtlichen Trieben“, wo besonders die Geigen barocke Affekte hätten verstärken können. Dem mochte geschuldet sein, dass sich die Altistin Kerstin Rosenfeldt hier zunächst noch nicht so gestaltungsfreudig zeigte wie in der zweiten Kantate beim Wiegenlied „Schlafe, mein Liebster“ oder in der dritten Kantate, als ihr vertrauensvoller Gesang vom großen Ton des Konzertmeisters Adam Czermak umspielt wurde. Dazu noch herrliche Bläserklänge: Flöte und Oboen bei Arien, die prächtige Trompete von Helmut Pöhner beim dritten Eingangschor und mit schönen Verzierungen in der Bass-Arie „Großer Gott und starker König“. Hier konnte Gotthold Schwarz wieder seinen angenehmen, textfreundlichen und beweglichen Bass hören lassen. Annette Labusch hatte es mit ihrem warmen, etwas kleinerformatigen Sopran in Duetten mit dem Bass nicht leicht – was nicht gegen die Sopranistin, sondern für den gut aufgelegten Schwarz spricht. Tenor Knut Schoch sang klangvoll-unangestrengt.

Von Karl Friedrich Ulrichs

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