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Unterm Gummibaum

Gesangsquartett Maybebop in der Stadthalle Unterm Gummibaum

Die A-cappella-Gruppe Maybebop hat am Sonnabend das Publikum in der Stadthalle von den Sitzen gerissen. Neben ihrem aktuellen Programm „Das darf man nicht“ präsentierte das Ensemble um Oliver Gies bekannte Hits wie „Gummibaum“ und „Der Erlkönig“, sowie einen Ausblick auf die kommende Produktion „Systemfehler“.

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 Ihre enorme Vielseitigkeit und ihr Talent zum Remixen bewies die Gruppe beim traditionellen musikalischen Jahresrückblick.

Quelle: HW

Göttingen. „Ihr könnt doch alles, oder?“ Auf die Frage einer Zuschauerin, die die Gruppe zum gemeinsamen Singen auf die Bühne gebeten hat, fällt Heinrich Sebastian Schröder prompt eine Antwort ein: „Wir können auch Ausdruckstanz.“ Tatsächlich sind die Entertainer aus Hannover nicht nur gesanglich begabt, sie zeigen im Verlauf des Abends auch ihr Tanz-Talent. In vollendeter Boy-Group-Manier und mit fantasievollen Choreografien landen sie einige Lacher im Publikum.

Zu „Fpaniff“ aus dem Album „Monumental“ lispelt sich der gebürtige Göttinger Jan Malte Bürger zu lateinamerikanischen Rhythmen durch den Text. Mit diesem Song wird nur einer von mehreren Liedwünschen erfüllt, die die Gruppe im Vorfeld des Konzertes über die sozialen Netzwerken erreicht haben. „Maybebop“ unterhalten eine lebhafte Beziehung zu ihren Fans. Gies spielt den Chorleiter und lässt die Zuschauer im Kanon singen, was zu heillosem Chaos und einiger Erheiterung führt.

Ihre enorme Vielseitigkeit und ihr Talent zum Remixen beweist die Gruppe beim traditionellen musikalischen Jahresrückblick. Unzählige Hits von 2016 vermischen sich während der Zugabe zu einem vierminütigen Medley, besonders beeindruckend ist eine Kombination von Star-Imitationen. Dabei trifft Udo Lindenberg auf Jan Delay, Mick Jagger auf Falco. In ihrem Programm wechseln sie gekonnt von lockeren Swing-Rhythmen über Deutsch-Rap zum mittelalterlichen Stil von „Festung“.

„Bis auf Weiteres liebe ich dich so lala“. Mit ihrem frechen Humor nehmen sie Wlan-Süchtige und die den alljährlichen Weihnachts-Wahnsinn aufs Korn. Gesanglich perfekt aufeinander eingestellt lassen sich die Vier auch zu leiser Gesellschaftskritik hinreißen: „Ich sprang schon mal vom Beckenrand und überschätzte Donald Trump“ geht der Titelsong ihrer aktuellen Produktion „Darf man nicht“. Dass ihre Bühnen-Gags streckenweise allzu einstudiert wirken, ist jedoch schnell vergessen.

„Maybebop“ tritt seit 1992 mit selbstgeschriebenen Pop-Songs und Cover-Versionen auf. Die Gründungsmitglieder Gies, Teske und Bürger bilden die drei Oberstimmen, Schröder übernahm 2002 den Part des Bassisten. Seitdem hat das Quartett in der aktuellen Besetzung 20 Studioproduktionen veröffentlicht. Mit dem Programm „Systemfehler“ gehen sie ab April auf Tour.

Von Jana Probst

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