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Regional Vielseitig, atmosphärisch-dicht, witzig
Nachrichten Kultur Regional Vielseitig, atmosphärisch-dicht, witzig
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15:11 07.05.2017
Kammerkonzert mit Lucile Chaubard (Violoncello) und Anne-Céline Barrère (Klavier) Quelle: PH
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Göttingen

Minimalistisch ist das Werk. Kleinert benötigt nicht viele Noten, konzentriert sich auf wenige, gut durchgearbeitete Ideen. Als Porträt Chaubards, deren Karriere er seit vielen Jahren bewundernd verfolgt, will er seine Sonate verstanden wissen. In vier Sätzen – Allegro scherzando, Allegretto ostinato, Adagio und Presto – zeichnet er die Facetten ihres Spiels. Vor fünf Jahren bat ihn die gefragte Solistin, die in Göttingen lebt, um eine solche Sonate.

Nun folgten 200 Zuhörer dem vielseitigen, atmosphärisch dichten Stück. Zweistimmig hat es Kleinert, das am Theodor-Heuss-Gymnasium in Göttingen Musik unterrichtet, angelegt. Da gibt das Klavier ein Thema vor, das Cello greift es auf. Manchmal sind Anklänge an Tango zu hören. Das Publikum klatschte begeistert. Mit dabei waren auch die Mutter der Cellistin und der Chor La Chorale de Cahors aus südfranzösischen Heimat der Musikerin. Der Chor will mit dem Orchester Göttinger Musikfreunde zwei gemeinsame Konzerte gestalten.

Umrahmt wurde die Uraufführung bei dieser deutsch-französischen Kulturbegegnung von zwei Sonaten, die die beiden Musikerinnen ausgewählt hatten. Ungewöhnlich modern kommt die Sonate pour violoncelle et piano n° 1 op. 109 des in Frankreich bekannten Spätromantikers Gabriel Fauré (1845-1924) daher, die aus dem Jahr 1917 stammt. Von ihm wird in Deutschland sonst meistens nur sein Requiem aufgeführt. Intim, introvertiert und unterhaltsam ist die fein komponierte, farbenreiche Sonate. Sie räumte der Pariser Pianistin Barrère viel Platz ein, ihre Virtuosität und avantgardistische Spieltechnik unter Beweis zu stellen.

Mit der Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 2 F-Dur op. 99 des Romantikers Johannes Brahms (1833-1897), der wie Kleinert aus Hamburg stammt, gab es dann nach der Pause ein ungemein leidenschaftliches und dramatisches Werk zu hören. Die Französinnen spielten die vier Sätze, die 1886 entstanden sind, sprühend vor Energie. Das Publikum spendete lange Applaus und wurde mit einer Zugabe belohnt.

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