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Regional Verein Filmnetz Göttingen feiert Einstand mit Kurzfilm
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00:18 02.05.2013
Programmkino in Göttingen: Lumiere. Quelle: Heller
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Göttingen

Die drei Geschichten, von denen der Film erzählt, thematisieren das Ankommen und Weggehen.

Am Göttinger Bahnhof hält ein Zug und bringt Hannah (Stefanie D. Kuschill) in die Universitätsstadt. Schon auf dem Bahnhofsvorplatz hat die Altenpflegerin ihre erste kuriose Begegnung. Ein Mann kommt auf sie zu und sagt: „Entschuldigen Sie, dass ich Sie anspreche. Ich habe ein Problem: Ich bin gescheitert.“ Hannah muss lachen.

Regisseur Christian Ewald

Gescheitert ist auch die Beziehung, vielleicht sogar das Leben von Jan (gespielt von Bastian Brunke). Für die Enge, die ihm den Atem raubt, findet Regisseur Christian Ewald ein starkes Bild: Jan hat einen Hustenanfall, der sich erst löst, als alle Fenster geöffnet werden. Er will weg. Beim Joggen mit seinem Freund gehen sie verschiedenen Fortbewegungmittel durch. Mit dem Schiff nach Afrika vielleicht. Nur Fliegen geht nicht: Flugangst.

Auch die Bewohner des Seniorenheims können nicht so leicht weg. Hannah kümmert sich um sie, was auch bedeutet, ihnen Lügen zu erzählen. Im Park haben die Pfleger ein Bushaltestellenschild neben einer Bank aufgestellt, damit die Alten zumindest das Gefühl haben, den Ort verlassen zu können. Der Bus, der niemals kommt, ist eine Lüge, die die Alten schützt. Jan muss aber nicht geschützt werden. Er steigt auf sein Motorrad und geht.

Die Liebe zum Film beweisen die Mitwirkenden und Vereinsmitglieder durch eine beeindruckenden Detailfülle, die von Jan Vetter an der Kamera eingefangen wurde. Das Drehbuch von einheimischen Autoren beschreibt das Finden von Glück und Unglück. Das Finden eines unterhaltsamen Blickes in die Mitte Göttingens gelingt mit dem Film allemal.

von Daniela Lottmann

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