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Verzaubernde Symbiose aus Musik und Tanz

Händel-Festspiele Verzaubernde Symbiose aus Musik und Tanz

Mit Arrangements aus Opern und Balletten haben die Göttinger Händel-Festspiele am Sonntagabend in ihrem Rahmenprogramm im historischen Rathaus Duderstadt ein Glanzlicht aus Musik und Tanz gesetzt. Unter dem Titel „Getanzte Träume“ verführten das Trio „alla mente“ und die Tänzerin Annabelle Blanc zum Hören, Schauen und Träumen.

Die Musiker von „alla mente“ zeichneten sich durch außergewöhnliche Fähigkeiten an Violine (Isabel Schau), Blockflöte (Andreas Böhlen) und Cembalo (Thomas Leininger) aus. Durchweg gelungen waren auch die Arrangements der zum Teil komplexen Opern-Partien und Ballette für die Trioformation – Leininger sei Dank.

Als Prolog zu Händels Oper „Pastor fido“ vorgesehen ist das Ballett „Terpsichore“, das die Künstler in Duderstadt ebenfalls auf die Bühne brachten. Mangels Sängern übernahmen Flöte und Violine die Charaktere des Apollo und der Muse der Musik, Erato. Terpsichore, die Muse des Tanzes, wurde natürlich von Annabelle Blanc verkörpert. Und wie Terpsichore Apollo und Erato mit ihrer Symbiose aus Musik und Tanz verzaubert, so schaffte dies auch Blanc beim Publikum. Gleichermaßen als Tänzerin und als Musikerin am Cembalo ausgebildet, inszenierte sie in ihrer Choreographie voller Leichtigkeit und Eleganz die Verschmelzung von Musik und Tanz.

Die Auftritte und der Kampf der erfreulichen und der unheilvollen Träume wurden aus der Oper „Ariodante“ übernommen. Dabei kamen den Künstlern nicht nur ihre jeweiligen Musen zu Gute sondern auch das Wetter: Mit perfekt einsetzendem Donnerknall zum Auftritt Blancs als unheilvoller Traum verschwammen für einen Moment Aufführung und Realität.

Neben Musik von Händel gab es auch in Anlehnung an das Thema der Händel-Festspiele – die Verbindung Händels zur französischen Musikkultur – Jean-Féry Rebels „Les Caractères de la Danse“ zu sehen und zu hören. Hier konnten Musiker und Tänzerin ihr volles Wissens rund um historische Aufführungspraxis facettenreich spielen lassen. Gerade Blanc verzauberte dabei einmal mehr mit wirbelnder Lebendigkeit, die jedem klischeehaften Gedanken an verstaubt-langweilige Barocktänze den Boden unter den Füßen wegwirbelte. Ein traumhaftes Zusammentreffen der Musen.

Von Isabel Trzeciok

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