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Regional Dasselbe in Grün
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00:15 25.04.2017
Quelle: Wenzel
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Göttingen

Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews geraten wie zufällig an diesen Fall: In einem abrissreifen Haus erklingen Schreie, und auf der Treppe erscheint den drei Detektiven eine schimmernd grüne Gestalt. Das ist angeblich der Geist des alten Mathias Green, der hier zu Tode gestürzt war und seither durchs Haus spukt. Sein Vermächtnis, eine Kette mit dicken grünen „Geisterperlen“, steht im Mittelpunkt dieser Episode der Kult-Serie, die die Truppe des Vollplayback-Theaters ordentlich durcheinanderbringt.

Die Schauspieler halten sich nur grob an die originale Hörspielfassung, die sie lippensynchron darstellen. Immer wieder sind Elemente aus anderen Folgen eingebaut, und mit Einspielern aus „Bibi und Tina“, einem Zitat von Angela Merkel oder Jan Böhmermanns Rap-Parodie „Ich hab Polizei“ erntet die Gruppe reichlich Gelächter. Auch die Charaktere selbst werden auf die Schippe genommen: Peter und Bob bringen Homoerotik in die berühmte Töpferszene aus dem Film „Ghost – Nachricht von Sam“ und Kommissar Reynolds genehmigt sich ein Bier nach dem anderen aus seinen Manteltaschen.

Ein Highlight ist David Becher als Geisterjäger John Sinclair, der aus dem Nichts auftaucht und sich selbst zum Leiter der Ermittlungen erklärt: „Ich hatte gelogen, dass sich die Balken biegen. Es roch nicht nach Übernatürlichem, es stank danach“. Mit seinen Kommentaren und seinen todernsten Monologen, die bewusst aus dem Zusammenhang gerissen sind, wirkt er herrlich fehl am Platz und ist am Ende doch derjenige, der den Fall löst.Nicht nur das fantasievolle Bühnenbild, das sich innerhalb von Sekunden von einem Wohnwagen in eine Tropfsteinhöhle verwandelt, zeigt, wie viel Detail-Liebe in dieser Vorstellung steckt. Das „Vollplayback-Theater“ hat für jeden Humor etwas zu bieten. Die Gags sind gut durchdacht und es fehlt nicht an handfestem Schabernack, den die Schauspieler sogar in den Umbaupausen fortsetzen. Das dabei die Handlung streckenweise nur langsam voranschreitet, stört an diesem Abend niemanden.

Die Gruppe wurde 1997 in Wuppertal gegründet und hat seitdem neben den „Drei ???“ bekannte Hörspiele wie „TKKG“, „Hanni und Nanni“ und „Flash Gordon“ interpretiert. Nach mehreren Abschiedstourneen sind sie seit 2016 mit ihrem neuen Programm zurück auf den Bühnen, und die Fans dürfen sich auf eine „Jubiläums-Show“ freuen, wie Becher am Schluss ankündigt: „Wir machen diesen Quatsch seit 20 Jahren“. Das Publikum dankt ihnen das an diesem Abend mit tosendem Applaus.

Von Jana Probst

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