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Vom Feminismus übers Essen bis zum Nichts

Halbjahresprogramm Vom Feminismus übers Essen bis zum Nichts

Den lebhaften Austausch von Meinungen liebt Anja Johannsen, seit Mai 2010 Leiterin des Literarischen Zentrums Göttingen.

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Engagiert für Literatur: Anja Johannsen, Leiterin des Literarischen Zentrums Göttingen (Mitte) mit Margrit Borcherding, zuständig für das Programm „Literatur macht Schule“ (rechts), und Volontär Christian Dinger.

Quelle: Hinzmann

Deshalb hat sie im neuen Programm, das sie am Freitag gemeinsam mit ihren Mitarbeitern der Öffentlichkeit präsentierte, mehrere debattenträchtige Abende platziert. Insgesamt sind in diesem Halbjahr 20 Veranstaltungen geplant, deutlich mehr als in der Vergangenheit.
Den Anfang der Streitgespräche macht Karen Duve, die als Sachbuchautorin nach Göttingen kommt. Ihre Erfahrungen in einem Selbstversuch hat sie in ihrem Buch „Anständig essen“ niedergelegt. Sie hat sich jeweils zwei Wochen lang mit Bio-Produkten ernährt, vegetarisch, vegan (zusätzlich Verzicht auf Milchprodukte und Eier) und frugan (Verzicht auf pflanzliche Produkte, die deren Zerstörung zur Folge haben, also etwa Salat oder Getreide). Was sie dabei erlebt hat, ist – im Dialog mit der Göttinger Journalistin Carola Hoffrogge – am 11. April im Alten Rathaus zu erfahren.

Um das Thema Feminismus geht es beim zweiten Debattenabend am 12. Mai im Literarischen Zentrum. Johannsen ist sich sicher, dass es dabei hochpolemisch zugeht: Eingeladen ist Bascha Mika, ehemalige Chefredakteurin der „taz“, die mit ihrem Buch „Die Feigheit der Frauen“ (siehe unsere Rezension auf Seite 27) für Aufsehen sorgen dürfte. Mit Mika spricht die Göttinger Germanistin Janet Boatin.
Zwei weitere neue Reihen starten in diesem Halbjahr. Mit Rosemarie Tietze, deren Übertragung von Tolstois „Anna Karenina“ allseits hoch gelobt worden ist („1200 Seiten, die sich lesen wie Butter“, lobt die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung) ist am 7. März ein erster Abend der Reihe „neu_übersetzt“ angesetzt. Um „Das Alter in der Literatur“ geht es erstmals am 24. März, wenn Arno Geiger das Buch über seinen dementen Vater unter dem Titel „Der alte König in seinem Exil“ vorstellt. Auch Ernst Jünger ist ein Exempel für das Alter in der Literatur, wenngleich etwas anderer Art. Das Ernst-Jünger-Lesebuch, das Heinz Ludwig Arnold – sein früherer Sekretär – herausbringt, wird am 7. April im Literarischen Zentrum vorgestellt.

Zu den weiteren Veranstaltungen gehören Lesungen mit Janne Teller („Nichts“), Viola Roggenkamp und Silke Scheuermann sowie ein Abend der Reihe „In Sachen“, an dem Tageblatt-Redakteur Peter Krüger-Lenz Uni-Präsidentin Ulrike Beisiegel, Basketballer John Patrick und Regisseurin Nina de la Chevallerie zusammen­bringt. Auch die 25-Jahr-Feier des Göttinger Wallstein-Verlages am 17. Juni ist Teil des Programms.

Erheblich erweitert ist das Projekt „Literatur macht Schule“, das von Margrit Borcherding betreut wird und in diesem Jahr erstmals von der VGH-Stiftung finanziell gefördert wird. Kinder im Vor- und Grundschulalter können am 6. März den Illustrator Ole Kön­necke erleben. Weiter reicht die inhaltliche Spannweite von Themen, die „kleine Jungs beschäftigen“ (Borcherding), bis zu Veranstaltungen zu Literatur und Wissenschaft. Die sind dann eher für Heranwachsende bestimmt – etwa die Präsentation des Buches von Charlotte Kerner „Die nächste GENeration“, in dem auch ethische und philosophische Fragen behandelt werden. Luise Rist leitet im Mai einen dreiteiligen Schreibworkshop.
Ein Sommerfest beschließt das Halbjahresprogramm am 8. Juli. Zu Gast ist unter anderem die Berliner Musikerin Bernadette La Hengst.

Von Michael Schäfer

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