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Von Liebe, Arbeit und Leidenschaft

Mozart-Abend in der Aula der Waldorfschule Von Liebe, Arbeit und Leidenschaft

Alle Menschen lieben Musik, sicher nicht jeder dieselbe Musik, aber positiv besetzt ist dieses Gefühl durchweg.

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Mit viel Liebe bei der Sache: Henning Ederhof leitet das Göttinger Instrumental-Ensemble.

Quelle: Hinzmann

Diese Liebe ist für einige die Triebfeder, einen musikalischen Beruf zu ergreifen, für andere der Anlass, sich der Musik als Hobby zu widmen – nicht von ungefähr nennt man solche Menschen Liebhabermusiker.

Ein Ensemble aus Berufs- und Liebhabermusikern hatte Henning Ederhof für seinen Mozartabend zusammengestellt, den er am Montag in der Aula der Waldorfschule leitete. Ederhof, in seinem früheren Berufsleben Mediziner, steht in Göttingen exemplarisch für eine unstillbare Liebe zur Musik. Seit Jahrzehnten ist er als Dirigent aktiv, sucht Passanten auf der Straße oder beim Einkaufen für seine Sache zu begeistern.
Eine solche Leidenschaft ist eindrucksvoll, keine Frage, sie kann sogar ansteckend sein. Was qualitativ dabei herauskommt, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Ein Dirigent muss gründliche Probenarbeit leisten, muss genau hinhören und nötigenfalls korrigierend eingreifen, um aus der Summe musikausübender Individuen ein Ensemble zu formen.

Daran hatte es für diesen Abend offenbar gefehlt – gewiss nicht gänzlich, aber vor allem im eröffnenden vielsätzigen Divertimento KV 334 waren doch die Folgen mangelhafter Vorbereitung deutlich zu vernehmen. Mozarts entzückend leichtgewichtige Musik ist beileibe nicht leicht zu spielen und zudem so transparent, dass jeder Schnitzer gleich ins Ohr springt. Da war die Intonation der ersten Violinen in hohen Lagen meist schief, auch in den übrigen Stimmen gab es Unschärfen, etliche Einsätze gerieten unpräzise, Nebenstimmen drängten lautstark in den Vordergrund, wo sie nicht hingehören. Schade.

Von Michael Schäfer
Dieser Eindruck besserte sich im weiteren Verlauf des Abends zwar nicht grund­legend, aber er wurde durch die etwas stärkere Bläserbesetzung im Rondo für Violine und Orchester KV 373 und vor allem in der abschließenden D-Dur-Serenade KV 203 doch gemildert. Violinsolist war Alexander Könnyü, der vor einem guten Jahr aus dem aktiven Dienst im Göttinger Symphonie Orchester ausgeschieden ist. Er spielte seinen Solopart im Rondo – sowie die zahlreichen Soli in der Serenade – mit professioneller Geläufigkeit, auch wenn man sich hier und da doch etwas mehr Glanz im Ton und größere Zartheit im Zugriff gewünscht hätte. Sein Kollege an der ersten Oboe, Wolfgang Glatzel, steuerte in der Serenade ebenfalls einige Solostellen bei, die sich mit Geschmeidigkeit und Ausdruckstiefe ins Gedächtnis der freundlich applaudierenden Zuhörer geschrieben haben.

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